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Wirtschaft

Anleger hoffen auf Bodenbildung

Beflügelt von festen Finanz- und Technologiewerten aufgrund massiver Käufe von Anlegern in Hoffnung auf eine Bodenbildung hat der Deutsche Aktienindex (DAX) am Montag, 19.8.02 zugelegt.

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Zählt zu den Gewinnern: Die Aktie der Commerzbank

Nach anfänglichen Verlusten stieg das Börsenbarometer zuletzt um über vier Prozent oder 153 Punkte auf 3838. Am Neuen Markt verbesserte sich der NEMAX 50 um dreieinhalb Prozent oder fast 17 Punkte auf gut 500.

Zu den Gewinnern zählte die Aktie der Commerzbank, die sich um 5,7 Prozent verteuerte. Händler begründeten die Zuwächse damit, dass das Beteiligungsunternehmen WCM an seiner Absicht festhalte, seinen Anteil an der Commerzbank auf 9,9 Prozent aufzustocken. Auch die Titel der Deutschen Bank zogen um viereinhalb Prozent an, HypoVereinsbank standen gar mit über zehn Prozent im Plus.

In Frankfurt legten neben den Aktien der Banken auch Technologiefirmen besonders stark zu. Aktienhändler sagten, es sei zunächst einmal ein technisch bedingter Anstieg, wenn man die starken Kursverluste seit Jahresbeginn berücksichtige. "Hier positionieren sich Anleger für einen möglicherweise kräftigen Anstieg in den nächsten Tagen und Wochen", sagte ein Börsianer. "Da will natürlich jeder dabei sein."

An die Spitze der Gewinner unter den Technologietiteln schoben sich Infineon mit über dreizehneinhalb und SAP mit über sechs Prozent plus. Die Henkel-Aktie gewann nach Vorlage von Quartalszahlen knapp viereinhalb Prozent. Anfangs habe der vorsichtige Umsatzausblick von Henkel die Aktie belastet, sagte ein Händler. Zuletzt konzentrierten sich die Anleger in einem sich sehr fest entwickelnden Gesamtmarkt auf die "soliden Quartalszahlen".

Die Allianz Sachgruppe Deutschland sieht wegen der Flutkatastrophe die bisherige Jahresprognose gefährdet. "Wir gingen zur Jahresmitte davon aus, dass wir in etwa das geplante Gesamtergebnis vor Steuern von 3,6 Milliarden Euro erreichen. Dies wird aber von der Schadensentwicklung im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe abhängig sein", sagte der Vorstandsvorsitzende der Allianz Versicherungs AG und Chef der Allianz Sachgruppe Deutschland, Reiner Hagemann, am Montag in München. Diese Nachrichten galten an der Börse jedoch bereits als bekannt. So konnte sich Allianz um 6,7 Prozent verbessern.

Deutsche Unternehmen dringen mit Unterstützung der Bundesregierung auf Ausnahmen für europäische Konzerne von den verschärften US-Börsenvorschriften an der Wall Street. In einem Schreiben an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC machte die Mehrzahl der dort notierten deutschen Unternehmen deutlich, dass die neuen US-Regeln mit europäischen und deutschen Standards teilweise nicht vereinbar seien, teilte der Bundesverband der Deutschen Industrie am Montag in Berlin mit. Die Firmen setzten sich dafür ein, einige Bestimmungen des neuen US-Gesetzes auf ausländische Emittenten nicht anzuwenden und vor einer endgültigen Entscheidung die potenziellen Konflikte mit ausländischen Rechtssystemen näher zu untersuchen. An der New York Stock Exchange sind 19 deutsche Gesellschaften notiert, fünf weitere an der Technologiebörse Nasdaq.

Die Durchschnittsrendite gab einen Basispunkt auf 4,44 Prozent ab.

Die Schlusskurse im Dax wie immer ohne Gewähr:

adidas-Salomon 76,60 (+ 1,40)
Allianz 132,89 (+ 8,37)
BASF 41,76 (+ 0,63)
Bayer 25,02 (+ 1,11)
HypoVereinsbank 22,47 (+ 2,07)
BMW 40,47 (+ 0,98)
Commerzbank 11,26 (+ 0,61)
DaimlerChrysler 47,75 (+ 2,55)
Degussa 31,43 (- 0,36)
Deutsche Bank 63,76 (+ 2,76)
Deutsche Post 10,60 (+ 0,11)
Deutsche Telekom 11,53 (+ 0,53)
E.ON AG 54,00 (+ 1,50)
EPCOS 15,49 (+ 0,79)
Fresenius Med. Care 33,83 (+ 0,93)
Henkel 67,91 (+ 2,91)
Infineon Techno 13,40 (+ 1,60)
Linde 45,60 (+ 0,26)
Lufthansa 11,76 (+ 0,31)
MAN 19,42 (- 0,03)
Metro 26,60 (+ 0,80)
MLP 15,20 (+ 0,44)
Münchener Rück 200,45 (+ 6,16)
TUI AG 21,00 (+ 0,60)
RWE 38,81 (+ 1,28)
SAP 81,85 (+ 4,65)
Schering 58,50 (+ 0,44)
Siemens 51,20 (+ 2,05)
ThyssenKrupp 12,39 (+ 0,14)
VW 49,50 (+ 1,55)

Ausgewählte Devisennotierungen aufgrund der Referenzkurse der Europäischen Zentralbank: Danach kostete ein Euro

US-Dollar 0,9799
Brit. Pfund 0,6380
Schw. Franken 1,4673
Japan. Yen 116,15