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Aktuelles

Ankunft der Peschmerga-Kämpfer in Kobane

Die ersten zehn Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak sind zur Verstärkung in Kobane eingetroffen. Sie sind die langersehnte Unterstützung im Kampf gegen die IS-Dschihadisten. Weitere Truppen sollen folgen.

Peschmerga Kämpfer sind auf dem Weg von Viransehir nach Kobane. Ein Kämpfer hält die rot-kurdische Flagge aus dem Fenster eines LKWs. (Die Flagge ist rot-weiß-grün gesteift und hat eine gelbe Sonne in der Mitte. (Foto: AFP/Getty Images/Ilyas Akengin)

Die ersten Peschmerga-Kämpfer auf ihrem Weg nach Kobane

Die kurdischen Männer sollen helfen, Kobane gegen die Terroristen des "Islamischen Staats" (IS) zu schützen. Dafür haben sie schwere Waffen im Gepäck. Seit Tagen hatten die Verteidiger in Kobane auf ihre Ankunft gehofft. Die kurdische Regionalregierung im Irak hatte erklärt, die Peschmerga sollten in Kobane nicht an vorderster Front kämpfen, sondern vor allem Artillerie-Unterstützung leisten. Die zehn Peschmerga würden vor Ort logistische Vorbereitungen für die Ankunft der restlichen Einheiten treffen, sagt Idriss Nassan, ein Sprecher der kurdischen Verteidiger Kobanes.

Zuvor scheiterte die IS-Miliz bei dem Versuch, den syrisch-türkischen Grenzübergang zu erobern, um ein Nachrücken der Peschmerga-Kämpfer zu verhindern. Die Dschihadisten hatten die Stadt mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen angegriffen. Sie drohten mit einem Massaker an den Kurden, wenn sie die Stadt einnähmen. Wochenlang hatte die IS-Terrororganisation die Stadt vom Osten, Süden und Westen eingekesselt. Nur noch eine Nordpassage Richtung türkischer Grenze blieb frei. Von dort rückt nun die Verstärkung für die kurdischen Verteidiger nach.

Verletzung der syrischen Souveränität

Die Türkei hatte erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA in der vergangenen Woche die Erlaubnis gegeben, dass die Kämpfer aus dem Nordirak über ihr Staatsgebiet nach Kobane ziehen dürfen. Eine Gruppe von 80 Peschmerga landete am Mittwoch auf dem türkischen Flughafen Sanliurfa. Weitere 70 Kämpfer aus dem Nordirak sowie die schweren Waffen werden über den Landweg nach Kobane gebracht.

Die drei Männer auf dem Foto tragen eine Kampfuniform der Bundeswehr. Die Peschmerga wurden in Hammelburg von der Bundeswehr für den Kampf gegen die islamistische Terrororganisation IS ausgebildet. (Foto: picture-alliance/dpa/David Ebener)

Diese Peschmerga-Kämpfer erhielten ihre Kampfausbildung bei der Bundeswehr

All dies geschieht sehr zum Ärgernis des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Im einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte seine Beraterin Bouthaina Shaaban, dass Ankara versuche, seinen Einfluss durch das Einmarschieren von anti-Assad-Kämpfern in Syrien auszuweiten. Am Mittwoch trafen zudem Kämpfer der gemäßigten regierungsfeindlichen Freien Syrischen Armee (FSA) in Kobane ein. Die Oppositionsmiliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg sowohl gegen den IS als auch gegen Syriens Regime. Ein Kurden-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, 50 bis 70 FSA-Kämpfer seien in Kobane angekommen. Arabische und kurdische Medien berichteten unter Berufung auf einen FSA-Kommandeur von insgesamt 200 Mann Verstärkung.

Ein Erkundungsteam der Bundesregierung brach unterdessen in den Nordirak auf, um die Beteiligung der Bundeswehr an einer militärischen Ausbildungsmission zu prüfen. Zu dem Team gehören drei Vertreter des Verteidigungsministeriums und einer des Auswärtigen Amts. Deutschland erwägt die Ausbildung von Streitkräften in der nordirakischen Stadt Erbil. Damit will die Bundesregierung den Kampf gegen die IS-Terrormiliz unterstützen.

pab/ ml (dpa, afp, rt)

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