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Aktuell Nahost

Anklage wegen "Terrors" gegen Araber

Zwei jüdische Staatsbürger müssen wegen eines tödlichen Brandanschlags auf eine palästinensische Familie vor ein israelisches Gericht. Der Anschlag war ein Auslöser für die jüngste Gewaltwelle in der Region.

Anfang Dezember hatten die Ermittler des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet erklärt, dass mehrere israelische Tatverdächtige festgenommen wurden. Jetzt werden zwei Männer angeklagt. Wie das Justizministerium mitteilte, wird ihnen Beteiligung an Akten "schweren Terrors gegen Araber und ihr Eigentum" vorgeworfen. Laut dem Geheimdienst wird auch dem Verdacht nachgegangen, dass die Männer "einer jüdischen Terrorgruppe angehören, die Attentate verübt".

Motiv: Rache

In Duma, im Norden des von Israel besetzen Westjordanlandes, waren am 31. Juli 2015 nachts zwei Wohnhäuser in Brand gesetzt worden. Im Haus der Familie Dawabscha verbrannte ein 18 Monate alter Junge, während seine Eltern kurz darauf an ihren schweren Brandverletzungen starben. Die Brandwunden des vierjährigen Bruders werden weiter in einer israelischen Klinik behandelt. Am Tatort sprühten die Brandstifter einen Davidstern sowie Parolen "Lang lebe der Messias" und "Rache" (Bild oben).

Nach dem Brandanschlag und einem Streit über die Nutzung des Jerusalemer Tempelbergs war die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern in den letzten Monaten wieder eskaliert. Seit Anfang Oktober gab es zahlreiche Angriffe von Palästinensern auf Israelis sowie gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen jungen Palästinensern und israelischen Soldaten. Dabei wurden etwa 140 Palästinenser, 20 Israelis, ein US-Bürger und ein Eritreer getötet.

fab/SC (afp, Times of Israel)