1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuelles

Ankläger fordert Todesstrafe für Mubarak

Der Druck wächst: Im Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Präsidenten Mubarak hat die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe gefordert. Das gleiche Strafmaß verlangte sie für Mubaraks Söhne Alaa und Gamal.

Ein Demonstrant hält vor dem Gerichtsgebäude ein Mubarak-Plakat hoch (Foto: dapd)

Ein Demonstrant hält vor dem Gerichtsgebäude ein Mubarak-Plakat hoch

Der Ankläger Mustafa Suleiman fand zum Abschluss seines Plädoyers in Kairo klare Worte. Dem Gesetz zufolge stehe auf Mord die Todesstrafe, sagte Suleiman. Es lägen handfeste Beweise dafür vor, dass der "tyrannische Führer" Mubarak für tödliche Schüsse auf Demonstranten während des Umsturzes im vergangenen Jahr verantwortlich sei.

Selbst falls Mubarak nicht direkt einen Schießbefehl erteilt haben sollte, sei er für den Tod der Demonstranten verantwortlich. Es sei unmöglich, dass Mubarak nichts von den Vorgängen gewusst habe. Der 83-Jährige müsse sich fragen lassen, warum er nicht eingeschritten sei, um die Gewalt gegen Demonstranten zu verhindern.

Spektakulärer Prozess in der Polizeiakademie

Mubarak steht seit August vor Gericht. Getrieben von Massenprotesten hatte er am 11. Februar 2011 nach drei Jahrzehnten an der Macht sein Amt aufgeben müssen. Ihm werden die Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Bei den Aufständen vor einem Jahr waren rund 850 Menschen getötet worden.

Für die beiden Söhne Mubaraks und den ehemaligen Innenminister Habib el Adli forderte die Staatsanwaltschaft ebenfalls die Todesstrafe. Mubaraks früherer Sicherheitschef el Adli habe auf Anordnung des Staatschefs den Einsatz von scharfer Munition gegen Demonstranten genehmigt, sagte der Ankläger. Der Richter vertagte den Prozess auf Montag. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück.

Oberstaatsanwalt Mustafa Suleiman hatte am Mittwoch erklärt, die Staatsanwaltschaft habe mehr als 2000 Zeugen gehört und dabei Aussagen von Ärzten, Demonstranten und Polizisten ausgewertet. Staatliche Sicherheitsorgane wie der Geheimdienst hätten nicht kooperiert. Nach Darstellung von Suleiman fiel die Entscheidung für den Gewalteinsatz am 27. Januar - einen Tag vor den schwersten Ausschreitungen gegen Mubarak-Kritiker.

kle/ml (afp, dpa, rtre, dapd)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema