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Aktuell Nahost

Ankara verwarnt nochmals Syrien

Wieder sind Mörsergranaten aus Syrien auf türkischem Grenzgebiet eingeschlagen. Wieder feuerte die türkische Armee zurück. Die USA befürchten eine Zuspitzung der Lage und intervenieren hinter den Kulissen.

Ein mobiler türkischer Raketenwerfer direkt an der Grenze zu Syrien (Foto: rtr)

Türkisch-syrisches Grenzgebiet

Im Laufe des Samstags detonierten in den Feldern rund um das 500-Einwohner-Dorf Güveççi in der südtürkischen Provinz Hatay drei aus Syrien abgefeuerte Granaten. Die türkische Armee schoss zurück, wie der Gouverneur der Provinz mitteilte. Verletzt wurde bei den Zwischenfällen wohl niemand.

Die türkischen Anwohner im Grenzgebiet wurden angewiesen, Balkone zu meiden und sich so wenig wie möglich im Freien aufzuhalten. Die Kämpfe auf syrischem Boden im Grenzgebiet sind heftiger geworden. Nahe der Kleinstadt Dschisr al-Schogur seien an der Grenze zur Türkei Aufständische und Regierungstruppen aufeinandergeprallt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Es habe viele Tote gegeben.

Video ansehen 01:31

Neuer Zwischenfall an türkisch-syrischer Grenze

Türkei verstärkt Truppen

Es war der vierte Tag in Folge, an dem das NATO-Mitglied Feuer aus Syrien erwiderte (Artikelbild). Militär und Behörden in der Türkei bewerteten die Einschläge zwar als fehlgeleitete Angriffe der syrischen Armee auf die Rebellen. Dennoch verstärkte das Land nach Berichten des türkischen Nachrichtensenders NTV seine Truppen an der Grenze. Außenminister Ahmet Davutoglu bekräftigte in einem Fernsehinterview, die Türkei werde alles Notwendige tun, um ihre Grenze zu schützen. Die Regierung in Ankara, einst ein enger Verbündeter, ist jetzt einer der schärfsten Kritiker von Machthaber Baschar al-Assad.

Die USA befürchten eine Eskalation der Lage im syrisch-türkischen Grenzgebiet. Nach den Worten von Verteidigungsminister Leon Panetta bemüht sich Washington über diplomatische Kanäle darum, ein Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf Nachbarländer zu verhindern. Die Artillerie-Zwischenfälle in den vergangenen Tagen hätten die Sorge erhöht, dass sich der Konflikt zu einem Flächenbrand ausweiten könnte.

se/wa (dapd, rtr, dpa)

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