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Wirtschaft

Angst vor US-Krise löst weltweiten Kursrutsch aus

Die Furcht vor einer Rezession in den USA hat die asiatischen Aktienmärkte auf neue Tiefstände gedrückt. Auslöser waren ein unerwarteter Rückgang im US-Einzelhandelsgeschäft und die Milliardenverluste der Citigroup.

Auch in Australien mussten sich Anleger die Haare raufen, Quelle: AP

Auch in Australien mussten sich Anleger die Haare raufen

Nach den Turbulenzen an der New Yorker Börse sind auch die asiatischen Aktienmärkte massiv unter Druck geraten. Angesichts von Befürchtungen, dass die USA auf eine Rezession zusteuern, setzte in Tokio am Mittwoch (16.01.2008) eine massive Verkaufswelle ein. Nicht anders sah der Trend in Australien, China, Südkorea und Neuseeland aus.

An der Börse in Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 3,4 Prozent tiefer bei 13.505 Punkten - dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Der breiter gefasste Topix-Index brach 3,5 Prozent auf 1302 Zähler ein. Die Investoren reagierten auf die Erwartung, dass eine sinkende Nachfrage aus Amerika die japanische Exportwirtschaft belasten wird. Neben dem zum Dollar festeren Yen verhagelt nach Ansicht von Kommentatoren auch die Sorge vor Rückschlägen bei den Struktur- und Unternehmensreformen in Japan die Laune der Investoren.

Panikverkäufe der Fonds

Anzeigetafel der Kurse in Tokio, Quelle: AP

Anzeigetafel der Kurse in Tokio

"Einige Fonds werfen trotz guter Fundamentaldaten ihre Aktien auf den Markt, um ihre Positionen aufzulösen", begründete Tomokatsu Mori, Cheffondsmanager bei Fukoko Capital Management, die herben Kursabschläge. Vor allem Finanzwerte gehörten nach den schwachen Zahlen der größten US-Bank Citigroup zu den Verlierern. So verbilligten sich die Aktien der zweitgrößten japanischen Bank Mizuho Financial um knapp neun Prozent.

Der DAX unterschritt am Mittwoch schnell die psychologisch wichtige Marke von 7500 Punkten. Am frühen Nachmittag lag der Verlust bei über 1,4 Prozent. Der MDAX gab um über 2 Prozent nach, der TecDAX sogar deutlich über 4 Prozent. Die Börse zeigte sich schockiert vom Eingeständnis der Immobilienbank Hypo Real Estate, nun doch in die US-Immobilienkrise verwickelt zu sein. Hypo Real Estate selbst brach um 35,17 Prozent ein. Bis Mittwochmittag konnte das Papier mit einem Plus von fast 1,4 Prozent nur wenig davon wieder aufholen.

Der Schock über die am Dienstag mitgeteilten Belastungen der Hypo Real Estate aus der Hypothekenkrise schürte Händlern zufolge die Angst, dass weitere Banken verborgene Risiken bekanntgeben könnten. "Jede schlechte Nachricht vom Bankensektor wird den Markt weiter nach unten drücken", sagte Aktienstratege Steffen Neumann von der LBBW. "Das Misstrauen greift wieder um sich."

In Hongkong sank der Hang Seng Index um 5,4 Prozent auf 24.451 Punkte. Dies ist der größte prozentuale Tagesverlust seit September 2001. Die Aktien des Bankkonzerns HSBC verloren 4,8 Prozent und gingen damit zum sechsten Mal in Folge schwächer aus dem Handel. Der H-Index der in Hongkong gelisteten Festlandwerte brach 6,6 Prozent ein.

New Yorker Vorgaben

Der Composite Index der kleineren Börse im südchinesischen Shenzhen verlor 2,42 Prozent und erreichte bei Handelsschluss nur noch 1538,36 Punkte. Es war der schwerste Abschwung für Chinas Börsen seit Mitte Dezember. Vor allem Banken- und Immobilienwerte waren betroffen, nur die Aktien chinesischer Fluggesellschaften konnten wegen steigender Passagierzahlen zulegen.

Zuvor gab es an der New Yorker Wall Street hohe Einbußen. Der Dow-Jones-Index rutschte um 277,04 Zähler oder 2,17 Prozent auf 12.501,11. Die Börse reagierte nervös auf schwache Einzelhandelsergebnisse und auf die Mitteilung der Citigroup, wonach dieses Institut aufgrund der Immobilienkrise nahezu zehn Milliarden Dollar im vierten Quartal verloren hat. Die deutschen Aktien starteten erneut mit Verlusten. Der DAX verlor im frühen Handel 0,94 Prozent auf 7495 Zähler. (stu)

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