1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Angst vor IS-Terror in Deutschland

Deutsche Kämpfer ziehen nach Syrien, um sich der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ anzuschließen. Die Sorge ist groß, dass sie auch in Deutschland Anschläge planen. Aber ist diese Angst begründet?

Audio anhören 02:44

Angst vor IS-Terror in Deutschland – das Top-Thema als MP3

Tarik S. kommt aus Bielefeld. Jetzt nennt er sich aber Ibn Osama al-Almany. Er ist einer von etwa 400 Islamisten, die von Deutschland nach Syrien in den sogenannten Dschihad gezogen sind. Solche Beispiele von deutschen Islamisten, die die IS-Terroristen unterstützen, versetzen die Behörden in ganz Deutschland in Alarmbereitschaft. Denn sie befürchten, dass die Gefahr von Anschlägen in Deutschland größer wird.

Burkhard Freier, Leiter des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen, erklärt, dass der Kampf der IS-Terroristen ein wichtiges Thema in deren Propaganda ist. Er sagt: „Für viele junge, gewaltbereite Salafisten ist dieses Ziel, einen islamischen Staat zu errichten, sehr attraktiv.“ Dabei geht es ihnen laut Freier oft weniger um die Religion, sondern mehr um die Anerkennung, die ihnen eine Gruppe gibt.

Laut Verfassungsschutz gibt es in Deutschland etwa 6000 Anhänger einer extremen Bewegung des Salafismus. Es wird befürchtet, dass viele von ihnen sehr gefährlich sind. André Schulz, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), sagt: „In Sicherheitskreisen fragt man sich eigentlich nicht mehr, ob ein Anschlag in Deutschland passieren wird, sondern wann.“

Laut Kulturwissenschaftler Werner Schiffauer wird allerdings die Gefahr eines Anschlags in Deutschland überschätzt. „Ich habe das Gefühl, dass diese Dramatisierung selbst zur Radikalisierung beiträgt“, so Schiffauer. Er glaubt, dass nur ein ganz kleiner Teil der Salafisten in Deutschland gefährlich ist. Er sagt: „Sie alle in einen Topf zu werfen, ist nicht nur analytisch falsch, sondern zerstört auch die Chancen der Deradikalisierung.“


Glossar

sich etwas/jemandem an|schließen
– bei etwas/jemandem mitmachen; Mitglied von etwas/jemandem werden; etwas unterstützen

Anschlag, Anschläge (m.) – hier: ein Versuch, Menschen zu töten, um Angst zu verbreiten und bestimmte Ziele zu erreichen

Islamist, -en/Islamistin, -nen – hier: ein extremer, gewaltbereiter Anhänger des Islams

Dschihad (m., nur Singular, aus dem Arabischen) – ein Krieg aus religiösen Gründen

jemanden in Alarmbereitschaft versetzen – hier: dafür sorgen, dass jemand sehr vorsichtig und aufmerksam ist

Verfassungsschutz (m., nur Singular) – die deutsche Behörde, die Informationen über gefährliche Gruppen oder Personen zum Schutz des Staates sammelt

Propaganda (f., nur Singular) – die Aktionen, die die Meinungen und Gedanken von Menschen manipulieren und verändern sollen

Salafist, -en/Salafistin, -nen – der Anhänger/die Anhängerin des Salafismus, einer sehr konservativen Bewegung des Islams

etwas errichten – hier: etwas gründen; etwas erschaffen

attraktiv – interessant; so, dass etwas jemandem gut gefällt

um etwas gehen – hier: der Grund für etwas sein; wichtig sein

Anerkennung, -en (f.) – hier: die Akzeptanz; die Bewunderung

Sicherheitskreis, -en (m.) – die Personen, die für Sicherheit des Staates zuständig sind

etwas überschätzen – hier: denken, dass etwas schlimmer ist, als es in Wirklichkeit ist

Dramatisierung, -en (f.) – die Tatsache, dass man etwas als schlimmer und gefährlicher darstellt, als es in Wirklichkeit ist

zu etwas beitragen – hier: etwas größer machen; etwas unterstützen

Radikalisierung, -en (f.) – der Prozess, in dem jemand zunehmend gewaltbereit wird (Gegenteil: Deradikalisierung)

alle in einen Topf werfen – hier: alle gleich behandeln; keine Unterschiede sehen

analytisch – mit logischer Überlegung


Fragen zum Text

1. Welche Aussage steht im Text?
a) Etwa 400 Islamisten sind von Deutschland nach Syrien in den Dschihad gezogen.
b) Etwa 6000 extreme Salafisten aus Deutschland kämpfen bereits in Syrien.
c) Etwa 400 Islamisten sind aus Syrien nach Deutschland gekommen.

2. Freier glaubt, dass …
a) für die jungen Männer oft der Zusammenhalt der Gruppe wichtiger ist als die Religion.
b) für die jungen Männer die Religion am Wichtigsten ist.
c) vor allem die Gewalt die jungen Männer reizt.

3. Schiffauer ist der Meinung, dass …
a) das Reden über die Gefahr von Anschlägen die Lage nur noch schlimmer macht.
b) nur ein kleiner Teil der Salafisten in Deutschland ungefährlich ist.
c) man die Gefahr eines Anschlags in Deutschland nicht ernst genug nimmt.

4. Welche Konjunktion muss man in die Lücke einsetzen? „Viele junge Männer schließen sich dem IS an, … einen islamischen Staat zu errichten, ist für sie attraktiv.“
a) dass
b) denn
c) sondern

5. Welche Konjunktion muss man in die Lücke einsetzen? „Nicht nur die IS-Kämpfer in Syrien und im Irak sind gefährlich, … auch ihre Anhänger in Deutschland.“
a) dass
b) denn
c) sondern


Arbeitsauftrag
Was kann und muss die Gesellschaft tun, um junge Menschen vor einer Radikalisierung zu schützen? Was kann die muslimische Gemeinschaft tun, um sich von den extremen Salafisten abzugrenzen und so Vorurteilen gegen den Islam vorzubeugen?

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads