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Testseite Wirtschaft

Angst vor globaler Rezession hat Finanzmärkte weiter fest im Griff

Die Finanzkrise und die Angst vor einer schweren globalen Rezession halten die Märkte weltweit weiter fest im Griff. Die Postbank in Deutschland gerät in die roten Zahlen. Euro und Ölpreis fallen weiter.

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Weiter im Banne von Finanzkrise und Rezessionsangst - fallende Kurse an der Börse in Tokio

Die sich verschärfende internationale Finanzkrise hat die Postbank, die größte Filialkundenbank Deutschlands, tief in die Verlustzone gerissen. Vor allem wegen Belastungen im Zusammenhang mit dem Engagement bei der zusammengebrochenen US-Bank Lehman Brothers schrieb die Tochter der Deutschen Post im dritten Quartal einen Vorsteuerverlust von 449 Millionen Euro. Allein durch das Engagement bei Lehman ergebe sich ein Minus von 364 Millionen Euro, teilte die Postbank am Montag (27.10.2008) in Bonn mit.

Kundin vor einem Geldautomaten der Postbank (Bild: Archiv)

Kundin vor einem Geldautomaten der Postbank

Um die dünn gewordene Kapitaldecke zu stärken, will die Postbank das Eigenkapital im vierten Quartal um bis zu eine Milliarde Euro erhöhen. Die Muttergesellschaft Deutsche Post will nach eigenen Angaben gemäß ihres Anteils Postbank-Aktien von gut 50 Prozent zeichnen.

Deutsche Bank will weiter einsteigen

Das Bankenrettungspaket der Bundesregierung will die Postbank nicht in Anspruch nehmen. Auch am Einstieg der Deutschen Bank werde sich nicht ändern, hieß es in Bonn. Die Deutsche Bank will im nächsten Jahr für 2,8 Milliarden Euro mit knapp 30 Prozent bei der Postbank einsteigen und hat zudem eine Option, später die restlichen Anteile der Deutschen Post an der Bank zu übernehmen.

Auf dem Aktienmarkt sorgten diese Nachrichten für weitere Nervosität: Die Aktie der Postbank schmierte zum Auftakt des Handels an der Börse in Frankfurt am Main zweistellig ab. Auch der Leitindex DAX gab zur Markteröffnung nach den schlechten Vorgaben aus Asien deutlich nach.

Nikkei auf historischem Tiefstand

Japans Regierungschef Aso (Quelle: AP)

Will die Märkte stabilisieren : Japans Regierungschef Aso

An den Börsen in Fernost hatte sich zuvor die Talfahrt der vergangenen Woche fortgesetzt. Der Aktienmarkt in Tokio notierte um mehr als sechs Prozent schwächer, der Nikkei-Index stürzte auf 7162,90 Punkte ab. Das ist der niedrigste Schlusskurs seit mehr als 25 Jahren. Die Börsen in China sackten um mehr als vier Prozent ab, so tief wie seit mehr als zwei Jahren nicht.

Der japanische Ministerpräsident Taro Aso kündigte ein Programm zur Stabilisierung der Märkte an. Nach Berichten japanischer Medien sollen unter anderem die staatlichen Finanzspritzen für die Geldhäuser von zwei auf zehn Billionen Yen (rund 84 Milliarden Euro) erhöht werden.

Yen steigt - Euro fällt

Gleichzeitig äußerten sich die sieben führenden Industrienationen G7 besorgt über die großen Kursschwankungen des Yen. Die Finanzminister und Zentralbankchefs aus den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan betonten, sie wollten gemeinsam für eine Stabilisierung der internationalen Märkte eintreten. Am Freitag hatte die japanische Währung gegenüber Euro und Dollar einen historischen Höchststand erreicht.

Auf den Märkten verpufft die G7-Erklärung. Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit April 2006. Auf dem Devisenmarkt in London kostete die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise nur 1,25 US-Dollar.

IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn (Quelle: AP)

Hilfskredite für Ukraine und Ungarn: IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn

Auch der Ölpreis bleibt trotz der von dem Ölkartell OPEC angekündigten Drosselung der Fördermenge unter Druck. Ein Barrel der Nordseesorte Brent war in London für weniger als 60 Dollar zu haben.

IWF hilft Ukraine und Ungarn

Der Internationale Währungsfonds greift den von Auswirkungen der globalen Finanzkrise hart getroffenen Ländern Ukraine und Ungarn mit Milliardenkrediten unter die Arme. Eine IWF-Delegation vereinbarte mit der Regierung in Kiew eine Finanzhilfe über 16,5 Milliarden Dollar. Die Wirtschaft der Ukraine leidet vor allem unter dem Preisverfall von Stahl, dem Hauptexportprodukt des Landes, sowie einem drastischen Kursverfall der Landeswährung Hryvna.

Auch für Ungarn kündigte IWF-Direktor Dominique

Strauss-Kahn ein Hilfspaket an. Umfang und Details müssten noch ausgearbeitet werden, teilte der IWF in Washington an. Ungarn hatte den IWF um Hilfe gebeten, nachdem der Forint in der

Finanzkrise massiv an Wert verloren und der Handel mit ungarischen Staatsanleihen praktisch zum Erliegen gekommen war. (wl)

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