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Aktuell Welt

Angst vor Eskalation in Bahrain

Die Lage in Bahrain bleibt angespannt. Am Tag des Formel-1-Rennens haben sich Regierungskritiker wieder auf den Straßen zum Protest versammelt. Die Polizei griff mit Härte durch.

Tränengas, Lärmgranaten seitens der Polizei, Steine und Molotowcocktails seitens der Demonstranten - die Ausschreitungen zwischen den Behörden und den Regierungsgegnern haben sich auch am frühen Sonntagmorgen in Manama fortgesetzt. Die Aktivisten forderten lautstark den Rücktritt des sunnitischen Königs Hamad bin Issa al-Chalifa und kassierten mit der gewaltsamen Niederschlagung ihres Protests prompt seine Antwort darauf.

Bereits in der Nacht zum Samstag war der 36-jährige Abbas Habib Musa tot in der Hauptstadt Bahrains aufgefunden worden. Die Regierung bestätigte den Fund einer Leiche. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden, erklärte das Informationsamt. Ersten Ermittlungen zufolge ist der Mann getötet worden. Nach Angaben der Opposition war Musa eine prominente Figur der Bewegung des 14. Februar, die die seit mehr als einem Jahr andauernden Proteste der Schiiten gegen das sunnitische Königshaus anführt.

Mehr Freiheiten und mehr Rechte

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Ein Toter bei Protesten in Bahrain

Eine weitere Forderung der Demonstranten ist die Freilassung des dänisch-bahrainischen Menschenrechtsaktivisten Abdulhadi al-Chawaja. Er befindet sich seit mehr als zwei Monaten im Hungerstreik. Dem bahrainischen Innenministerium zufolge ist Al-Chawaja bei "guter Gesundheit". Am Sonntag soll er den dänischen Botschafter treffen, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter. Der schiitische Oppositionelle Al-Chawaja war im Frühjahr 2011 festgenommen worden und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Während der Proteste gab der König in einer Erklärung bekannt, dass er sich "persönlich klar zu Reformen und Aussöhnung in unserem großartigen Land" bekenne. "Die Tür für einen ernsthaften Dialog des gesamten Volkes ist immer offen." Seine Regierung habe durchaus schon Reformerfolge erzielt, betonte der König. "Wir müssen diesen Weg der Reformen fortsetzen." Der Monarch stellte zudem Gespräche mit der Opposition in Aussicht.

Rennspektakel trotz angespannter politischer Lage

Im Vorfeld des Formel-1-Rennens, für das sich Weltmeister Sebastian Vettel im Qualifying die Pole Position gesichert hatte, hatte es heftige Proteste gegen den König gegeben.

Im vergangenen Jahr war das Rennen in Bahrain abgesagt worden, nachdem bei der blutigen Niederschlagung von Protesten der schiitischen Bevölkerungsmehrheit mit Unterstützung Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate zahlreiche Menschen getötet worden waren.

nis/qu (afp, rtr, dapd)

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