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Deutschland

Angst vor der Weltregierung

Als Großbritanniens Premierminister Gordon Brown im September forderte, die G20 in eine globale Wirtschaftsregierung umzuformen, sahen sich die Verschwörungstheoretiker wieder einmal bestätigt.

Logo G20 (Foto: AP)

Sie haben es schon immer gewusst: Geheime Mächte - die Freimaurer, die Illuminaten, das Finanzkapital - planen, die Macht auf der Welt zu übernehmen. Gordon Brown ist der neueste, wenn auch unfreiwillige, Kronzeuge der Verschwörungstheoretiker. Ob in Blogs, Foren oder Internetfilmchen - überall wird Großbritanniens Premier zitiert. Denn die Verschwörungstheoretiker sind ständig auf der Suche nach neuen Indizien für ihre Theorien.

Premierminister Gordon Brown (Foto: AP)

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown

Wer im Internet nach dem deutschen Wort "Weltregierung" sucht, findet mehr als 100.000 Einträge - die meisten von Verschwörungstheoretikern. Optimisten versprechen sich von einer Weltregierung, von Foren wie den G20, einen gemeinsamen Kampf gegen die Wirtschaftskrise, die Klimaerwärmung oder den Hunger auf der Welt. Den Anhängern von Verschwörungstheorien dagegen gilt eine Weltregierung als das Böse schlechthin.

Totale Kontrolle

Schon seit Jahrzehnten plant demnach eine Gruppe einflussreicher Politiker und Wirtschaftsführer eine neue Weltordnung. Dazu gehören die Einrichtung einer Weltregierung und einer einheitlichen Weltwährung. Ziel ist die totale Kontrolle der Menschheit. Zum Beispiel mit Mikrochips, die unter die Haut implantiert werden.

Die Pyramide auf dem Dollar-Schein - angeblich auch das Siegel der Illuminaten

Die Pyramide auf dem Dollar-Schein - angeblich auch das Siegel der Illuminaten

Hinter diesen Plänen steckt, so die Erklärung der Verschwörungstheoretiker, der Geheimbund der Illuminaten. Fast alles was auf der Welt passiert - politische Umbrüche, Terroranschläge, Kriege - ist demnach Teil der großen Weltverschwörung. Und natürlich wurde auch die Finanzkrise nur initiiert, um die Menschen von der Notwendigkeit einer Weltregierung zu überzeugen.

Unfreiwillige Kronzeugen

Wann immer ein Politiker von einer neuen Weltordnung spricht, ist das für die Verschwörungstheoretiker ein Beweis für die Existenz der Verschwörung. Auch wenn der Politiker in der Praxis nur einschneidende politische Veränderungen beschreiben wollte, wie zum Beispiel George Bush nach dem Ende des Ost-West-Konflikts. Dieses Schicksal erlitt jetzt auch Gordon Brown. Dabei hatte der Brite eigentlich nur für eine bessere Koordinierung bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise plädiert.

Autor: Nils Naumann

Redaktion: Kay-Alexander Scholz