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Politik

Angst vor Cholera-Epidemie in Haiti

Im Norden des Karibikstaates ist die Cholera ausgebrochen. 140 Menschen starben bereits an der Durchfallerkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist eingeschaltet.

Frauen erhalten Infusionen auf einem Parkplatz in Saint-Marc (Foto: AP)

Die Erkrankten müssen bereits auf offener Straße behandelt werden

Der verarmte Karibikstaat kommt nicht zur Ruhe. Im Januar das verheerende Erdbeben mit mehr als 250.000 Toten - jetzt droht Haiti eine Epidemie mit zahlreichen Toten durch verseuchtes Wasser.

140 Menschen sind an der Durchfall-Krankheit bereits gestorben, wie der Präsident des nationalen Gesundheitsverbands, Claude Suréna, mittteilte. "Die ersten Ergebnisse der Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass es sich um eine Form der Cholera handelt", sagte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums in der Hauptstadt Port-au-Prince. Der Erregertyp sei aber noch unklar. Die Regierung kam zu einer Dringlichkeitssitzung zuammen.

Ein Mann mit seinen Habseligkeiten im Juli in einem verwüsteten Stadtteil von Port-au-Prince (Foto: AP)

Auch Monate nach dem verheerenden Erdbeben sind Not und Elend groß

1500 Fälle

Die Krankheit ist entlang des Flusses Artibonite in der gleichnamigen Region nördlich der Hauptstadt ausgebrochen. Insgesamt wurden bereits mehr als 1500 Fälle registriert. Die Krankenhäuser sind überfüllt. In der Hafenstadt Saint-Marc werden die an schwerem Erbrechen und Durchfall leidenden Menschen auf einem Parkplatz vor der überfüllten Klinik behandelt. Sie bekommen Infusionen gegen Dehydrierung.

Bislang hat die Epidemie nach Angaben der Behörden noch nicht die größten Flüchtlingslager in der Hauptstadt und der Umgebung erreicht.

Kein sauberes Trinkwasser

Menschen in einem Flüchtlingslager in Port-au-Prince, Archiv (Foto: AP)

Ein Nährboden für Krankheiten aller Art....

Internationale Hilfsorganisationen in Haiti hatten in der Vergangenheit wiederholt auf die schlechten hygienischen Zustände hingewiesen. Die Bevölkerung hat auch zehn Monate nach dem verheerenden Erdbeben vielerorts kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Menschen nutzen das Wasser des Flusses Artibonite nicht nur zum Waschen, sondern trinken es auch ungefiltert und nicht abgekocht.

Cholera-Bakterien werden durch verunreinigtes Wasser oder durch Nahrung, die mit dem Erreger kontaminiert ist, übertragen. Eine Infektion führt zu Durchfall und Erbrechen und kann unbehandelt innerhalb von Stunden zum Tod durch Austrocknung führen.

Autorin: Susanne Eickenfonder (mit afp, dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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