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Aktuell Nahost

Angriffe lösen Flüchtlingsströme in Syrien aus

Die Armee startet eine neue Offensive, die Rebellen schlagen zurück. Ein blutiges Wochenende liegt hinter Syrien. Und tausende Menschen versuchen, sich und ihr Hab und Gut zu retten.

Heftige Kämpfe im Umland von Damaskus und Aleppo sowie im Gebiet von Al-Kalamun haben einen neuen Flüchtlingsstrom ausgelöst. Allein in der libanesischen Grenzstadt Arsal seien tausend Familien aus dem umkämpften Gebiet eingetroffen, twitterten Mitarbeiter des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR). Augenzeugen in der libanesischen Bekaa-Ebene berichten von Lastwagen voller Frauen und Kinder.

Die syrische Luftwaffe hatte zuvor die Kleinstadt Kara nahe der libanesischen Grenze bombardiert. Die Stadt an der strategisch wichtigen Autobahn zwischen Damaskus und Homs werde bereits seit Samstag von Kampfflugzeugen angegriffen, meldet die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Regierungssoldaten wollten die Stadt stürmen und die dort verschanzten Rebellen vertreiben. Deshalb hätten sich die Kämpfe in der Bergregion Al-Kalamun an der Grenze zum Libanon verstärkt.

Die Hisbollah mischt weiter mit

Die Gegend war in den vergangenen Monaten weitgehend verschont geblieben. Zuletzt verstärkten jedoch sowohl Rebellen als auch Regierungsarmee ihre Truppen in der Region. Die Rebellen nutzen die Berggegend als Rückzugsgebiet für ihre Einsätze rund um die Hauptstadt Damaskus.

Bei ihrer Offensive werden die syrischen Regierungstruppen von der schiitischen Hisbollah unterstützt. Den Rebellen zufolge sind in Al-Kalamun 15.000 Hisbollah-Kämpfer aus dem Libanon dabei. In der Region leben rund 50.000 Menschen. Das syrische Staatsfernsehen zeigte zudem Bilder vom Vormarsch der Armee auf Aleppo. Demnach erreichten Soldaten den Ort Tel Hasel etwa zehn Kilometer südöstlich der Handelsmetropole.

Die Rebellen reagierten unter anderem mit einem Anschlag auf ein Armeegebäude vor der Hauptstadt Damaskus. Aktivisten berichten von mindestens 31 Toten. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle handelt es sich bei den Opfern um Mitglieder der Streitkräfte des Regimes. Unter ihnen seien vier Generäle, sagte der Leiter der Initiative, Rami Abdel-Rahman. Das Gebäude sei nach der Explosion in sich zusammengestürzt. Staatliche Medien berichteten noch nicht über den Angriff.

rb/det (afp, ape, dpa)

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