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Aktuell Nahost

Angriffe im Jemen bis zur Feuerpause

Am Dienstagabend soll im Jemen eine Feuerpause in Kraft treten. Doch bis dahin wird noch heftig gekämpft.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis gegen die schiitischen Huthi-Rebellen hat in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ein Waffenlager angegriffen. Augenzeugen berichteten, es habe eine schwere Explosion gegeben, nachdem in kurzer Folge vier Luftangriffe auf das Militärgelände Dschabal Nukum im Osten von Sanaa geflogen worden seien. In ersten Berichten hieß es, mindestens fünf Menschen seien getötet worden.

Fünf Tage Feuerpause

Am späten Dienstagabend (21.00 MESZ) soll im Jemen eine fünftägige humanitäre Feuerpause in Kraft treten, an die sich die Konfliktparteien nach eigenem Bekunden halten wollen. Zunächst allerdings verstärkten beide Seiten ihre militärischen Anstrengungen. So lieferten sich saudiarabische Truppen und die Huthi-Miliz über die Grenze hinweg heftige Artillerieduelle. Die Huthis feuerten nach eigenen Angaben Raketen und Granaten auf die Städte Dschisan und Nadschran. In Nadschran starb ein pakistanischer Gastarbeiter im Artilleriefeuer, bestätigte der örtliche Zivilschutz. Vier saudische Bürger erlitten Verletzungen.

Nach Angaben der Huthi-Rebellen feuerte Saudi-Arabien mehr als 150 Raketen auf die jemenitischen Provinzen Saada und Hadschdschah ab. Außerdem hätten saudi-arabische Kampfflugzeuge Stellungen in der Stadt Tais und in der Ölprovinz Marib östlich von Sanaa angegriffen. Informationen über mögliche Opfer liegen nicht vor.

Kampfjet abgeschossen

Die Huthis schossen zudem offenbar ein Kampfflugzeug aus Marokko ab, das gemeinsam mit einem zweiten Jet auf einer Erkundungsmission in niedriger Flughöhe über einer Bergregion im jemenitischen Grenzgebiet zu Saudi-Arabien war. Dabei sei die F16 von einem Geschoss getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf marokkanische Verteidigungskreise. In diesem Gebiet hätten die Rebellen Luftabwehr-Raketen stationiert, hieß es. Marokko gehört der Militärallianz gegen die Huthis an.

Luftangriffe seit Ende März

Im Jemen, dem ärmsten arabischen Land, kämpfen die Huthis gegen Anhänger des nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Er wird weiterhin international anerkannt. Die Militärkoalition bombardiert seit dem 26. März Stellungen und Waffenlager der Aufständischen. Bei Kämpfen und Luftangriffen wurden seitdem nach UN-Angaben mindestens 646 Zivilisten getötet und 1364 weitere verletzt. Die Angriffe richteten zudem große Zerstörungen an und verschärften, in Verbindung mit der Seeblockade des Jemen durch die saudische Koalition, die Lage der notleidenden Zivilbevölkerung. Die Waffenruhe soll es vor allem ermöglichen, dass Hilfslieferungen wieder anlaufen können.

wl/Sc (dpa, afp, rtr)

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