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Aktuell Nahost

Angriffe auf syrisches Flüchtlingscamp international verurteilt

Frankreich macht das Regime in Damaskus verantwortlich und fordert eine unabhängige Untersuchung. Deutschland zeigte sich entsetzt über den Luftangriff, bei dem rund 30 Menschen getötet worden waren.

Video ansehen 02:34

Tausende Syrer stecken vor Jordanien fest

Ein Sprecher des Berliner Außenamts sagte, wer so handele, "gefährdet alle Grundlagen für eine friedliche Lösung des Konflikts". Nachdem sich die USA und Russland auf eine Waffenruhe für Aleppo geeinigt hatten, habe man die Nachricht mit "umso größerem Entsetzen" gehört und verurteile den Angriff "auf das Allerschärfste".

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle hatte am Donnerstag mitgeteilt, bei der Attacke auf ein Flüchtlingslager in der Provinz Idlib vor der türkischen Grenze seien mindestens 28 Menschen getötet worden, darunter viele Frauen und Kinder.

Abscheulich und inakzeptabel

Der Sprecher des Pariser Außenministeriums sagte, diese abscheuliche und inakzeptable Tat könnte nach dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen". Zugleich machte er das Regime von Präsident Baschar al-Assad für den Angriff verantwortlich.

ein Mann inspiziert die Überreste eines Zeltes (Foto: dpa)

Inspektion der verkohlen Überbleibsel nach dem Luftangriff

Vorläufige Berichte legen diese Vermutung nahe, wie der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, in Genf erklärte. Bestätigt sei aber noch nichts. Das Zeltlager Kammuna bestehe schon seit Wochen und sei aus der Luft gut sichtbar. Dass es sich bei den Angriffen um einen "Unfall" gehandelt habe, sei deswegen "extrem unwahrscheinlich", fuhr der Jordanier fort.

Assad weist Rebellen die Schuld zu

Assads Militärführung in Damaskus wies jegliche Schuldzuweisung zurück und machte die Rebellen verantwortlich. Die Region, in der das Flüchtlingscamp liegt, wird von dem Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front und dessen Verbündeten kontrolliert.

Neben Maschinen der syrischen Luftwaffe fliegen auch russische Kampfflugzeuge und Jets der US-geführten Allianz Angriffe gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Zehntausende Vertriebene leben in den Lagern im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei. Mehrere davon befinden sich in Idlib.

Al-Nusra-Front erobert Ortschaften zurück

Derweil

eroberten Kämpfer der Al-Nusra-Front verschiedene Ortschaften in der Nachbarprovinz Aleppo.

Bei den erbitterten Kämpfen seien in weniger als 24 Stunden mehr als 70 Menschen getötet worden, berichtet die syrische Beobachtungsstelle, die sich auf ein dichtes Netz von Informanten der verschiedenen Konfliktparteien stützt. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Am Donnerstag war für die

Stadt Aleppo eine zunächst zweitägige Waffenruhe ausgerufen worden,

an die sich Regierungstruppen und Rebellen weitgehend hielten. Diese Feuerpause soll in der Nacht zum Samstag enden.

uh/sti (dpa,afp)

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