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Politik

Angriff kann Flächenbrand auslösen

US-Präsident Bush hält Militärschläge gegen solche Staaten für gerechtfertigt, die eine Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten darstellen. Das könnte im Fall eines Angriffs gegen Irak zum Flächenbrand führen.

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Üben für den Ernstfall: US-Truppen an der Grenze zum Irak (Archiv)

Seit den Terroranschlägen vom 11. September in den USA vertritt Bush eine Doktrin zur Präventivverteidigung. Demnach wären gezielte Schläge gegen solche Staaten gerechtfertigt, die aufgrund ihrer Waffentechnologie ein Bedrohungspotenzial für die USA und ihre Verbündeten darstellen.

Vor diesem Hintergrund wird ein Angriffskrieg der USA gegen Irak immer wahrscheinlicher. Die Meldungen über aktive Pläne des Pentagon für eine Invasion im Irak häufen sich. Wie die New York Times berichtete, mehren sich die Befürworter einer abgespeckten Angriffsversion.

Blitzkrieg soll Diktator stürzen

Danach würden US-Streitkräfte Bagdad und einige andere strategisch wichtige Ziele zunächst aus der Luft angreifen. Danach solle ein begrenztes Kontingent von Bodentruppen versuchen, Saddam Hussein und die Militärführung des Landes auszuschalten. Amerikanischen Militärstrategen hoffen, dass dadurch das irakische Regime quasi von innen her auseinanderbricht.

Bis es soweit ist, muss Präsident Bush allerdings noch die amerikanische Öffentlichkeit davon überzeugen, dass es notwendig ist, ein Land anzugreifen, dass den USA bisher nichts getan hat.

Sorge über iranischen Atomreaktor

Doch nicht nur der Irak bietet ein mögliches Angriffsziel. Auch das Nachbarland Iran erklärte Bush als zu einer "Achse des Bösen" gehörig. Schnell könnte ein Krieg in der Region zum Flächenbrand werden. So sorgen sich die USA und Israel im Iran vor allem wegen eines Atomreaktors, der in den nächsten Jahren mit russischer Hilfe ans Netz gehen soll.

Der Atomreaktor in Bushehr, an der Südwestküste des Iran gelegen, könnte in anderthalb Jahren fertig gestellt sein. Eigentlich handelt es sich um ein ziviles Atomkraftwerk, das ursprünglich mit deutscher Hilfe in den siebziger Jahren gebaut werden sollte. Doch dann kam der Regimewechsel im Iran, die iranisch-irakischen Golfkriege der achtziger Jahre und das Projekt geriet in Vergessenheit.

Luftabwehr schützt Atomkraftwerk

Jetzt wird an dem Leichtwasserreaktor jedoch wieder mit Hochdruck und mit Hilfe russischer Ingenieure gearbeitet. Dies belegen Satellitenbilder des CIA, die nach Ansicht von Militärexperten des Pentagon auch auf die Stationierung zahlreicher Luftabwehrraketen in der Nähe des Reaktors dokumentieren. Insbesondere Israel hält den Reaktor für eine Gefährdung seiner nationalen Sicherheit. Der 1000-Megawatt-Reaktor eignet sich an für sich nicht zur Herstellung von Atomwaffen.

Experten meinen jedoch, waffenfähiges Plutonium könne mit Hilfe der im Reaktor eingesetzten Technologie und mit Hilfe ausrangierter Brennstäbe problemlos hergestellt werden. Nach Berechnungen des CIA könnte der Iran innerhalb der nächsten sieben Jahre über eine Atombombe verfügen. Der israelischen Regierung ist auch eine atomare Forschungseinrichtung in der Nähe von Teheran suspekt. Schon einmal, Anfang der achtziger Jahre, zerstörten israelische Kampffugzeuge einen von Frankreich gebauten Leichtwasser-Atomreaktor in der Nähe von Bagdad.

  • Datum 06.08.2002
  • Autorin/Autor Daniel Scheschkewitz
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/2XG6
  • Datum 06.08.2002
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