1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost

"Angriff gefährdet die nationale Einheit"

Nach dem Anschlag auf eine der wichtigsten schiitischen Stätten im Irak eskaliert die Gewalt zwischen den verschiedenen moslemischen Religionsgruppen. DW-WORLD sprach mit dem irakischen Außenminister Hoshyar Zebari.

default

Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari

DW-WORLD: Wie beurteilen Sie den Angriff in Samarra?

Hoshyar Zebari: Das ist ein ganz gefährlicher Angriff, den alle ethnischen Gruppierungen, Parteien und religiösen Repräsentanten verurteilt haben. Die Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Lage zu beruhigen und sie unter Kontrolle zu bringen. Dieser Angriff ist insofern sehr gefährlich, als er die nationale Einheit des Landes zu gefährden droht. Der Angriff ist der schlimmste und gefährlichste Versuch, Irak in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Aber die religiöse und politische Führung ist sich dieser Gefahr bewusst und hat deshalb eine beispielhafte Rolle bei der Beruhigung der Menschen und Überwindung der Folgen des Angriffes gespielt.

Wer könnte hinter solchen Angriffen stehen?

Es sind bestimmt alle Gruppen, die sich das Ziel festgesetzt haben, Irak auf alle möglichen Wege zu destabilisieren, wie z.B. [durch] Angriffe auf das Heiligtum der Schiiten. Zu diesen Gruppen gehört sicherlich das Terrornetzwerk Al Kaida und dessen Verbündete unter der Führung von Al Zarkawi. Die Regierung tut alles, um die Angreifer zu fassen. Einige sind bereits verhaftet und werden von den Behörden vernommen. Es herrscht ein öffentlicher Druck, die Angreifer so schnell wie möglich zu fassen und zu bestrafen.

Steht der Irak wirklich vor einem Bürgerkrieg?

Das ist jedenfalls das Ziel der Terroristen, aber die politische und religiöse Führung wird den Plan der Terroristen nicht durchgehen lassen. Wir sind sicher, dass wir all diese bösen Pläne besiegen werden.

Was sagen Sie zu den Angriffen auf Moscheen der Sunniten?

Bei solchen Ereignissen kommen die Gefühle natürlich sehr hoch. Die Schiiten fühlen sich sehr verletzt. Aber trotzdem, diese Racheakte sind meiner Ansicht nach nicht zu rechtfertigen. Die religiösen Führer haben zur Ruhe angemahnt und die Menschen ausdrücklich gebeten, keine Moscheen der Sunniten anzugreifen. Wir alle arbeiten daran, um die Racheakte zu stoppen und einzugrenzen.