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Afrika

Angriff auf Blauhelme während Vermittlung

Im Bemühen um eine friedliche Beilegung des Machtkampfes in der Elfenbeinküste haben drei westafrikanische Staatschefs eine Vermittlungsmission gestartet. Überschattet wird sie von einem Angriff auf UN-Blauhelmsoldaten.

UN-Blauhelmsoldaten in der Elfenbeinküste (Foto: AP)

Wurden von Gbagbo-Anhängern attackiert: UN-Friedens-Soldaten

Anhänger des eigenmächtig auf seinem Posten verbliebenen Staatschefs Laurent Gbagbo attackierten in der Metropole Abidjan einen Konvoi mit Blauhelmsoldaten. Dabei sei ein Soldat mit einer Machete verletzt worden, teilte die UN-Truppe UNOCI mit. Außerdem sei ein Fahrzeug angezündet worden. Der Angriff ereignete sich in einem Stadtteil, der als Hochburg Gbagbos gilt. Dieser hatte den Abzug der Blauhelme gefordert und der UN vorgeworfen, die mit Ouattara verbundene ehemalige Rebellenbewegung FN aus dem Norden des Landes zu unterstützen.

Vermittlungsbemühungen ohne greifbaren Erfolg

Eigentlich sollte der Dienstag aber im Zeichen der Vermittlungsmission der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas stehen. Die Präsidenten von Benin, Sierra Leone und Kap Verde kamen dazu sowohl mit Gbagbo als auch mit dem international anerkannten Wahlsieger Alassane Ouattara zusammen.

Verhandlungen zwischen den Ecowas-Vertretern und dem selbsternannten Präsidenten Gbagbo (Foto: AP)

Verhandlungen zwischen den Ecowas-Vertretern und dem selbsternannten Präsidenten Gbagbo

Der Staatschef von Benin, Boni Yayi, sowie seine Kollegen aus Sierra Leone, Ernest Koroma, und Kap Verde, Pedro Pires, wurden zunächst von Gbagbo im Präsidentenpalast in der Wirtschaftsmetropole Abidjan empfangen. Nach der Unterredung erklärte Yayi vor Journalisten lediglich, das Treffen sei "gut verlaufen". Anschließend fuhren sie zu dem Luxushotel, in dem sich Ouattara mit seinen Vertrauten unter dem Schutz von UN-Soldaten verschanzt hat.

Am Abend kehrten die drei Vermittler dann zu einem etwa einstündigen Gespräch mit Gbagbo in den Präsidentenpalast zurück, wie Reporter berichteten. Ihr ursprüngliches Ziel, den selbsternannten Präsidenten aus dem Amt zu drängen, haben sie offenkundig nicht erreicht - zumindest vorerst.

Neue Gespräche schon in wenigen Tagen?

Porträt des selbsternannten Präsidenten Gbagbo (Foto: AP)

Will nicht aufgeben: Laurent Gbagbo

Weitere Treffen seien nötig, teilten Vertreter des Staatenbündnisses Ecowas nach dem Treffen in Abidjan knapp mit. Der Außenminister der Regierung von Laurent Gbagbo stellte dafür einen Termin um den 2. Januar 2011 in Aussicht. Der Druck auf den selbsternannten Präsidenten wächst: Die Ecowas hatte Gbagbo bereits mit einem Militäreinsatz gedroht, sollte er die Macht nicht abgeben.

Nach ihren Gesprächen zur Beilegung des Machtkampfes reisten die Vermittler in Richtung Nigeria ab. Sie sollten dort am Mittwoch (29.12.2011) dem nigerianischen Staatschef und derzeitigen Ecowas-Vorsitzenden Goodluck Jonathan über ihre Vermittlungsmission Bericht erstatten.

UN: Mehr Blauhelmsoldaten in die Elfenbeinküste

Die Vereinten Nationen stocken derweil ihre Friedenstruppen in der Elfenbeinküste auf. Der Sicherheitsrat ermächtigte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, 500 weitere Blauhelmsoldaten einzusetzen. Damit wächst das Kontingent auf fast 10.000 Mann. Zuvor hatte das mächtigste UN-Gremium das zum Jahresende auslaufende Mandat der Friedenstruppen um ein halbes Jahr verlängert. Die Soldaten sollen Ausschreitungen verhindern und die Milizen im Land entwaffnen.

Die internationale Gemeinschaft sieht in Ouattara den rechtmäßigen Sieger der Präsidentschaftswahl von Ende November. Nach dem Urnengang hatte die Wahlkommission Ouattara, der Verfassungsrat hingegen Gbagbo zum Sieger erklärt. Anhänger beider Lager lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen, aus Angst vor einem neuen Bürgerkrieg flohen nach UN-Angaben zehntausende Menschen in die Nachbarländer Liberia und Guinea.

Autor: Frank Wörner (afp, rtr, dapd)
Redaktion: Hans Ziegler

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