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Politik

Angriff auf afghanischen Präsidenten Karsai fehlgeschlagen

Der afghanische Präsident Hamid Karsai ist einem Raketen-Angriff der radikalislamischen Taliban entgangen. Bei Kämpfen gegen Aufständische kamen mehrere Dutzend Menschen ums Leben.

Karsia hebt Arm bei PK - Archivbild (AP Photo/Musadeq Sadeq)

Ständig von Beschützern umgeben: Hamid Karsai

Mindestens zwei Raketen schlugen am Sonntag (10.06.2007) in der Nähe einer Schule in der zentralafghanischen Provinz Ghasni ein, in der sich Karsai mit Stammesangehörigen traf, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff und sprachen von insgesamt zwölf abgefeuerten Raketen, die Polizei sprach von vier. Es sei niemand verletzt worden.

Nach Angaben von AFP hielt Karsai seine Rede zu Ende und beendete sein Programm wie geplant. Das Treffen sei jedoch nach den Raketen-Einschlägen abgekürzt worden; der Präsident sei dann wieder nach Kabul abgereist.

Karsai, der stets von zahlreichen Sicherheitskräften bewacht wird, war bereits 2002 Ziel eines Anschlags, als ein Angreifer in der südafghanischen Stadt Kandahar auf sein Auto schoss.

Viele Tote bei Kämpfen

Unterdessen kamen bei Kämpfen landesweit am Wochenende mindestens 47 Aufständische ums Leben, berichtete AP. Laut dpa waren es 57; zudem seien zwei Polizisten getötet worden. Im Nordwesten Afghanistans griffen Aufständische in der Provinz Badghis am Samstag nach Polizeiangaben drei Polizeiposten an. Die Sicherheitskräfte hätten die Angriffe zurückgeschlagen, Verstärkung in die Region entsandt und die Aufständischen zur Flucht gezwungen. 20 der Angreifer und zwei Polizisten seien bei den sechsstündigen Gefechten ums Leben gekommen, erklärte Polizeichef Mohammad Ajub Naisjar.

In der südafghanischen Provinz Sabul kam es nach Angaben des Verteidigungsministerium zu Kämpfen zwischen afghanischen und NATO-Truppen einerseits und Aufständischen andererseits. Die Sicherheitskräfte hätten Luftunterstützung angefordert. 27 mutmaßliche Taliban-Kämpfer seien getötet worden.

NATO-Soldat stirbt

Bei Kämpfen im Süden kam am Samstag auch ein britischer NATO-Soldat ums Leben. Seine Patrouille sei außerhalb von Sangin in der Provinz Helmand von den radikalislamischen Taliban angegriffen worden, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Vier weitere Soldaten wurden bei dem Überfall verletzt, konnten jedoch nach kurzer Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Seit dem US-geführten Einmarsch in Afghanistan 2001 kamen nach einer Zählung von AFP 59 britische Soldaten ums Leben. Die meisten der rund 5200 britischen Soldaten sind in Helmand stationiert.

Kritik an US-Militärstrategie vom "Kriegs-Zar"

Der von US-Präsident George W. Bush nominierte Kriegskoordinator für die Armee-Einsätze im Kampf gegen den Terror, Douglas Lute, hatte am 7. Juni Bedenken über die Erfolgsaussichten der derzeitigen Strategie der US-Regierung eingeräumt, bezog sich damit allerdings auf den Irak. Der Generalleutnant soll die Militäreinsätze der US-Armee im Irak und in Afghanistan koordinieren. In den US-Medien wird Lutes Funktion als "Kriegs-Zar" bezeichnet. Bei seiner Nominierungsanhörung vor dem US-Senat sagte er, er halte es für wahrscheinlich, dass die von Bush durchgesetzte Aufstockung der US-Truppen nur zeitlich und örtlich begrenzte Auswirkungen haben werde, wenn die irakische Armee nicht in gleichem Maße mitziehe. Die bisherigen Ergebnisse der Strategie bezeichnete Lute vor den Senatoren als "gemischt". (mas)

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