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Wirtschaft

Angeschlagene LBBW streicht 2500 Stellen

Die Landesbank Baden-Württemberg streicht 2500 ihrer fast 14.000 Mitarbeiter von der Gehaltsliste. Mit dem massiven Sparprogramm soll Deutschlands größte Landesbank möglichst in drei Jahren aus der Krise finden.

Logo der Landesbank Baden-Württemberg (Foto: dpa)

Reiht sich in die Krise der deutschen Landesbanken ein: die LBBW in Stuttgart

Die Pläne stellte der neue Vorstandschef Hans-Jörg Vetter am Donnerstag (01.10.2009) in Stuttgart der Trägerversammlung und dem Verwaltungsrat der Bank vor. Dabei geht es auch um die Auflagen der EU-Kommission, die eine Schrumpfkur für die Bank fordert.

Wieder dunkelrote Zahlen

Die Eigentümer hatten der Bank bereits eine Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro gewährt, nachdem diese schon 2008 einen Verlust von mehr als zwei Milliarden Euro zustande gebracht hatte. Auch im laufenden Geschäftsjahr werden ähnlich dunkelrote Zahlen erwartet. Neues Kapital, so beteuert die Bank, benötige sie allerdings nicht.

Vorstandschef Hans-Jörg Vetter (Foto: dpa)

Erst seit kurzem im Amt: Vorstandschef Hans-Jörg Vetter

Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" wird das Sparprogramm im Frühjahr beginnen und soll Ende 2012 abgeschlossen sein. "Wenn es Kündigungen gibt, dann ist das so. Wir sind nicht mehr in einer Situation, in der wir wählen können", zitierte das Blatt eine anonyme Stimme aus Kreisen der Eigentümer.

Schwierigkeiten mit Immobilien

Runde 700 Millionen Euro jährlich will Vetter, früher Chef der Landesbank in Berlin, jetzt in Stuttgart einsparen lassen. Neben massiven Kreditausfällen mittelständischer Kunden in der Rezession machen der LBBW auch Schwierigkeiten mit Immobilienprojekten zu schaffen.

Günther Oettinger (Foto: dpa)

Ein Lachen aus besseren Tagen der Landesbank: CDU-Ministerpräsident Oettinger

Ministerpräsident Günther Oettinger versuchte bereits im Vorfeld der heutigen Sitzungen, jede neue Aufregung um eine mögliche Verschendung öffentlicher Gelder zu ersticken. Die Sorge, dass Land, Sparkassen und Stadt Stuttgart frisches Kapital nachschießen müssten, sei nicht begründet, sagte er. Genaue Zahlen, das musste er gleichzeitig eingestehen, hatte er zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht.

FDP für Privatisierung

Für den liberalen Koalitionspartner im Landeskabinett kann es deshalb nur eine Lösung geben. FDP-Chefin Birgit Homburger brachte angesichts der erwarteten Verluste wieder eine Privatisierung des Institutes ins politische Spiel: "Es zeigt sich wieder einmal, dass es nicht gut ist, wenn ein Land eine Bank betreibt." Allerdings musste auch sie zugeben: "Eine Bank in diesem Zustand kauft uns im Augenblick niemand ab."

Autor: Gerd Winkelmann (mit dpa, rtr)

Redaktion: Martin Schrader

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