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Sport

Angerer sprintet zu Silber

Mit einem Kraftakt holt Tobias Angerer in der Doppelverfolgung Silber, während Simon Ammann scheinbar mühelos zu Gold segelt. Im Super G der Damen heißt die Siegerin nicht Vonn, nicht Riesch, sondern Fischbacher.

Marcus Hellner (l.) neben Tobias Angerer (Foto: AP)

Geteilte Freude: Angerer (r.) holt Silber hinter Hellner

Ausgepumpt, aber glücklich: Tief in den roten Bereich musste Tobias Angerer gehen, aber es lohnte sich. Mit einem zunächst taktischen, dann beherzten Rennen über 30 Kilometer holte sich der Langläufer überraschend die Silbermedaille in der Doppelverfolgung. Der Vachendorfer zeigte in der Loipe eine starke Leistung und wurde von Jens Filbrich (6.) aufopferungsvoll unterstützt. Nur 2,1 Sekunden hinter dem spurtstarken Schweden Marcus Hellner holte Angerer die erste Medaille der deutschen Langläufer bei diesen Spielen. Dritter wurde der Schwede Johan Olsson, der sich mit einer frühen Attacke vom Feld abgesetzt hatte und so die Konkurrenz zum Handeln zwang.

Johan Olsson, Tobias Angerer, Marcus Hellner im Zielsprint (Foto: AP)

Packendes Finish: Der Schwede Hellner hatte nach 30 Kilometern die schnellsten Beine.

Bei frühlingshaften Bedingungen im Whistler Olympic Park schütten sich die Athleten zur Kühlung Wasser über die Köpfe – ein ungewohntes Bild bei Winterspielen. Die deutschen Langläufer liefen ein aufmerksames Rennen, waren zu jeder Rennphase präsent. Angerers Medaille sei schließlich auch ein Resultat der starken Mannschaftsleistung, sagte Nationaltrainer Jochen Behle. Angerer selbst strahlte mit der Wintersonne um die Wette: "Ich bin überglücklich. Es war ein perfektes Rennen. Beim Skaten ging es von Runde zu Runde schneller. Aber ich war mir so sicher, dass ich diese Medaille gewinnen", sagte Angerer, der über die 15 Kilometer den siebten Platz belegt hatte.

Ammann erneut unschlagbar

Simon Amman (Foto: AP)

Er fliegt und fliegt: Ammann

Déjà-vu auf der Großschanze: Simon Ammann hat sich nach dem Sieg auf der Normalschanze sein zweites Gold geholt. Dahinter hatten Adam Malysz und Gregor Schlierenzauer erneut das Nachsehen. Der 28-Jährige wiederholte seinen Coup von Salt Lake City 2002 und hat als erster Springer überhaupt vier Einzel-Olympiasiege erreicht. Schon im ersten Durchgang gelang Simon Amman ein Fabelsprung auf 144 Meter. Aufgrund des großen Landedrucks konnte der Schweizer den Sprung zwar nur noch "hinkacheln" ging aber trotzdem als Führender in den zweiten Durchgang, in dem er mit 138 Metern nichts mehr anbrennen ließ.

Die Diskussionen um Ammanns "Wunder-Skibindung" war schon vor dem Wettkampf beendet worden. Nachdem die Jury Ammanns Bindung bereits am Freitag für regelkonform erklärt hatte, zogen die Österreicher ihre Protest-Drohung zurück. Was blieb waren damit nicht nur Zweifel, welchen Anteil die Bindung an Ammanns Erfolgen hatte, sondern vor allem ein fader Beigeschmack mit Blick auf das österreichische Lager, denn gute Verlierer sehen sicher anders aus.

Nur Neumayer in Normalform

Simon Amman (Foto: AP)

In anderen Sphären: Der Schweizer Simon Ammann auf dem Weg zu seinem vierten Olympia-Gold.

Im deutschen Springer-Team gab es ein Lächeln und drei lange Gesichter: Michael Neumayer war der einzige deutsche Springer in Normalform und wurde nach zwei Sprüngen auf 130 Meter Sechster. Michael Uhrmann (25.), Andreas Wank (28.), Martin Schmitt (30.) enttäuschten. "Wir werden das jetzt abhaken", meinte Schmitt zerknirscht. "Wir werden uns zusammensetzen und für Montag (Mannschaftsspringen, Anm. d. Red.) eine neue Strategie ausdenken". Die Aussichten für den Teamwettbewerb sind nach den gezeigten Leistungen der DSV-Adler allerdings alles andere als rosig.

Riesch: "Ich habe viele Fehler gemacht"

Maria Riesch im Super G in Vancouver (Foto: AP)

Riesch zu verhalten

Maria Riesch wirkte nach ihrer Goldmedaille in der Super-Kombination am Start des Super G ruhig und entspannt, vielleicht etwas zu ruhig. Denn im oberen Streckenteil fuhr die 25-Jährige zu verhalten und lag folgerichtig deutlich hinter der bis dahin führenden Julia Mancuso. Doch dann drehte Riesch richtig auf, fuhr eine sehr enge und aggressive Linie. Im Ziel blieb die ehrgeizige Partenkirchenerin ganz knapp vor der stark eingeschätzten US-Amerikanerin Mancuso.

Andrea Fischbacher jubelt(Foto: AP)

Siegerin Fischbacher

Dennoch reichte Rieschs Zeit nur zum achten Rang: Völlig überraschend fuhr Andrea Fischbacher aus Österreich die schnellste Zeit vor der Slowenin Tina Maze, die als späte Starterin von den besser werdenden Pistenbedingungen profitierte. Nur Bronze blieb der US-amerikanischen Top-Favoritin Lindsey Vonn, die zwar diesmal ihre Nerven im Griff hatte, aber nicht an ihre Fabelleistung im Abfahrtsrennen anknüpfen konnte.

Maria Riesch übte sich anschließend in Selbstkritik: "Es war sicher keine perfekte Fahrt, im oberen Teil habe ich viel zu viele Fehler gemacht. Ich bin aber trotzdem nicht unzufrieden mit dem Ergebnis."

Vier Medaillen für Südkorea

Bei den weiteren Entscheidungen des achten Wettkampftages verpasste der US-Eisschnellläufer Shani Davis seine zweite Goldmedaille nur knapp. Über 1500 Meter musste er sich Mark Tuitert aus den Niederlanden geschlagen geben. Dritter wurde Harvard Bokko aus Norwegen. Gold im Shorttrack über die Distanz von 1000 Metern ging an den Südkoreaner Lee Yung-Su. Er siegte vor seinem Landsmann Lee Ho-Suk. Apolo Anton Ohno aus den USA errang Bronze. Bei den Damen über 1500 Meter holte sich die Chinesin Zhou Yang Gold vor den Südkoreanerinnen Lee Eun-Byul und Park Seung-Hi.

Deutsche Zweierbobs führen zur Halbzeit

Gute Medaillenchancen haben die deutschen Zweierbobs im Eiskanal von Whistler. Nach zwei von vier Durchgängen führt André Lange, der Olympiasieger von Turin, mit seinem Anschieber Kevin Kuske das Klassement an. Zweiter ist sein Teamkollege Thomas Florschütz mit Bremser Richard Adjei. Auf Rang drei liegt der Russe Alexander Subkow.

Curler setzen Aufholjagd fort

Daniel Herberg beim Curling (Foto: dpa)

Curler Daniel Herberg

Im Lager der deutschen Curler herrscht weiter gute Stimmung, denn die Mannschaft um Skip Andy Kapp hat ihre Aufholjagd fortgesetzt. Deutschland bezwang nach der Schweiz (7:6) auch Frankreich deutlich mit 9:4 und hat im olympischen Turnier mit jeweils drei Siegen und Niederlagen auf dem Konto weiter die Chance, erstmals ins Halbfinale vorzustoßen.

"In unserer Situation ist jeder Sieg wichtig", sagte Kapp: "Auch die nächsten drei Gegner sind lösbar. Ich will hier nicht guter Fünfter werden, sondern ins Halbfinale." In den ausstehenden Spielen gegen Dänemark, China und zum Abschluss gegen Weltmeister Großbritannien sollten sich Kapp und Co. allerdings keine Niederlage mehr leisten. In der gleichen Lage sind auch die deutschen Curling-Frauen. Die Mannschaft um Skip Andrea Schöpp hat ihr Vorrundenspiel gegen China mit 7:9 knapp verloren und steht nun ebenfalls unter Erfolgsdruck, wenn sie noch das Halbfinale erreichen will.

Krupps Team verliert auch gegen Weißrussland

Kaum eine Chance auf das Erreichen der nächsten Runde haben die deutschen Eishockey-Herren. Trotz einer 1:0 Führung hat das Team von Trainer Uwe Krupp gegen Weißrussland eine verdiente 3:5 Niederlage kassiert. Im Play-Off Spiel um den Einzug ins Viertelfinale erwartet das Team nun einen sehr schweren Gegner, möglicherweise sogar Gastgeber Kanada.

Medaillenspiegel nach 44 von 86 Entscheidungen:

Gold Silber Bronze

1. USA 6 7 10

2. Norwegen 5 3 3

3. Deutschland 4 6 4

4. Kanada 4 4 1

5. Südkorea 4 3 1

Autor: Joscha Weber/Jens Krepela (sid/dpa)
Redaktion: Calle Kops