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Berliner Landgericht

Angeklagter gesteht Angriff gegen Frau auf U-Bahn-Treppe

Das Video der brutalen Attacke auf eine arglose Passantin auf einem Berliner Bahnhof hatten bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der mutmaßliche Täter sucht vor Gericht offenbar nach Chancen auf ein mildes Urteil.

Deutschland Prozess gegen U-Bahn-Treter gestartet (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht hinter einer Mappe. Vorne seine Dolmetscherin und sein Anwalt.

Der Angeklagte Svetoslav S. sucht sein Heil offenbar im Überraschungangriff: Gleich zum Auftakt der zweiten Prozessrunde vor dem Berliner Landgericht wartete er mit einem Geständnis auf. Ja, er habe die Frau tatsächlich auf der Treppe in die Berliner U-Bahn hinuntergetreten, ließ der 28-Jährige einen seiner Anwälte erklären. Allerdings versuchte der Bulgare zugleich Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit zu säen, denn er schob hinterher: "Ich kann mich aber nicht erinnern".

Video ansehen 00:37

U-Bahn-Kamera zeigt brutalen Angriff

Damals habe er unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden. Es soll um Bier, Wodka und Haschisch gegangen sein. Er habe keine konkreten Erinnerungen an die Tat und sei erst durch die Veröffentlichung der Videoaufnahmen darauf aufmerksam geworden, hieß es weiter in der verlesenen Erklärung. Eigentlich habe er sich stellen wollen. 

Der Angeklagte wolle sich bei der Geschädigten aber ausdrücklich entschuldigen, so seine Verteidiger. 

Svetoslav S. muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Möglich wäre eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Der Angreifer soll die arglose Frau in einer Nacht Ende Oktober 2016 gezielt mit einem wuchtigen Tritt in den Rücken auf der Treppe zum Sturz gebracht haben. Das damals 26-jährige Opfer erlitt einen Armbruch und eine Verletzung am Kopf. Videokameras hatten die Gewalt im U-Bahnhof Hermannstraße im Stadtteil Neukölln festgehalten.

Der Angriff hatte bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Wieder war die Debatte über mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum aufgeflammt. 

Dem Täter werden zudem exhibitionistische Handlungen zwei Wochen vor der Attacke im U-Bahnhof zur Last gelegt. Zu diesen Vorwürfen wolle er sich nicht äußern, erklärte der Angeklagte.

Ein erster Prozessanlauf war vor zehn Tagen nach einem erfolgreichen Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen eine Schöffin gescheitert.

SC/rb (dpa) 

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