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Wirtschaft

Angebliches Interesse von VW an Fiat

In der Automobilbranche brodelt mal wieder die Gerüchteküche: VW-Aufsichtsratschef Piëch sondiert laut einem Medienbericht den Kauf des italienisch-amerikanischen Konkurrenten Fiat Chrysler.

Eine Übernahme könnte helfen, die VW-Schwäche in den USA auszubügeln. Prompt folgten Dementis: Sowohl Fiat-Großaktionär Exor als auch der italienische Konzern selbst erklärten, es habe keine Fusionsgespräche mit Volkswagen gegeben. Und auch aus Wolfsburg folgten klare Worte: "Derzeit stehen keine Übernahmen auf der Agenda", sagte ein VW-Sprecher. "Wir konzentrieren uns jetzt auf das Heben von Effizienzen im Konzern."

"Es ist gut, dass Volkswagen zurück rudert", meint dazu der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen im Gespräch mit der DW. "Wenn fusioniert wird, entsteht für die 600.000 Mitarbeiter eines der größten Risiken, die VW jemals eingegangen ist".

Sparprogramm für die Kernmarke

Denn erst vor wenigen Tagen habe Volkswagen erstmals offen gesagt, dass es mit der Kernmarke des Konzerns große Probleme gebe: Eine zu große Modellvielfalt im Markt, zu geringe Kosteneinsparungen durch das neue Baukastensystem in der Produktion, schlechte Margen. Als Konsequenz wurde von VW ein Einsparprogramm von fünf Milliarden Euro pro Jahr angekündigt.

Gerade in diesem Kontext erscheinen Übernahme-Fantasien noch befremdlicher. "Man kann verstehen, dass Herr Piëch in Amerika schneller werden will. Man weiß, dass er verliebt ist in die legendäre Marke Alfa Romeo, die ja zum Fiat-Konzern gehört. Aber dazu dieses Wagnis einzugehen, das hieße Russisch-Roulette mit den Mitarbeitern zu spielen", so Dudenhöffer.

Nur wenige Vorteile

Vorteile hätte ein Deal zwischen VW und Fiat - wenn überhaupt - dann nur langfristig. Volkswagen verliert seit längerer Zeit Marktanteile in den USA und könnte über die amerikanische Fiat-Tochter Chrysler über ein großes Händlernetz verfügen. Aber dieser kleine Fortschritt würde nach Meinung des Experten viel zu teuer erkauft. Das Risiko einer Fusion sei nicht beherrschbar.

An der Börse sorgten die Gerüchte um eine Fusion am Donnerstag für ein kräftiges Auf und Ab: Volkswagen-Aktien verloren nach den ersten Berichten bis zu drei Prozent, während Fiat-Papiere in der Spitze um fast fünf Prozent auf knapp acht Euro zulegten. Nach den Dementis ging es für beide Titel wieder zurück in die jeweils andere Richtung.