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Aktuell Europa

Angebliches Al-Kaida-Mitglied nimmt Geiseln

Ein bewaffneter Mann hat in einer Bank im südfranzösischen Toulouse mehrere Geiseln genommen. Unklar ist der Hintergrund. In Medienberichten hieß es, der Mann habe sich als Anhänger der Al-Kaida bezeichnet.

Die Geiselnahme begann am Vormittag in einer Filiale der Bankgruppe Crédit Mutuel-CIC im Zentrum von Toulouse. Zunächst befanden sich vier Geiseln in der Hand des Kidnappers, zwei Geiseln wurden inzwischen wieder freigelassen. Die Umgebung der Bank wurde abgeriegelt, eine nahegelegene Schule evakuiert. Im Laufe der Geiselnahme soll ein Schuss gefallen sein.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben bisher keine Hinweise auf eine tatsächliche Verbindung des Mannes zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Auch der zuständige Staatsanwalt wollte entsprechende Hinweise nicht bestätigen. Der Geiselnehmer soll rund 30 Jahre alt und polizeibekannt sein. Nähere Einzelheiten teilten die Ermittler zunächst nicht mit. "Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass der Typ verrückt ist, was ihn aber nicht weniger gefährlich macht", hieß es bei der Polizei. Sondereinsatzkräfte der Polizei wurden aus Bordeaux und Marseille angefordert.

Geiselnahme wirkt wie ein Deja-vu

Die Geiselnahme erregt in Frankreich besondere Aufmerksamkeit, weil sie sich in Toulouse ereignete. Erst im März hatte dort ein Anhänger von Al-Kaida mit einer Bluttat für Entsetzen gesorgt. Damals hatte Mohamed Merah sieben Menschen erschossen. Unter seinen Opfern waren drei Kinder und ein Lehrer an einer jüdischen Schule. Er wurde am 22. März bei der spektakulären Stürmung seiner Wohnung durch Kräfte der Spezialeinheit Raid getötet.

qu/wl (dpa, afp, ape)