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Aktuell Welt

Angeblicher US-Spion in Moskau festgenommen

Der russische Geheimdienst hat einen US-Diplomaten wegen Spionageverdachts vorübergehend festgenommen und zum Verlassen des Landes aufgefordert. Er soll versucht haben, einen russischen Agenten für die CIA anzuwerben.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Angaben des russischen Geheimdienstes FSB um den Botschaftsmitarbeiter Ryan C. Fogle. Bei seiner Festnahme habe er einen großen Geldbetrag sowie eine spezielle technische Ausrüstung bei sich getragen.

Moskau erklärte Fogle inzwischen zur "unerwünschten Person" erklärt. Er muss nun das Land sofort verlassen. Sein Handeln sei eine "Provokation", die an den Kalten Krieg erinnere, teilte das russische Außenministerium mit. Derartige Aktionen "tragen nicht dazu bei, das gegenseitige Vertrauen zu verstärken".

USA wiegeln ab

Zuvor hatte der Geheimdienst FSB verlauten lassen, solche Spionagefälle seien nicht ungewöhnlich. "In letzter Zeit hat die CIA immer wieder versucht, russische Geheimdienstmitarbeiter zu rekrutieren", hieß es.

Die USA reagierten demonstrativ zurückhaltend auf den jüngsten Spionagevorwurf aus Russland. Außenamtssprecher Patrick Ventrell sprach am Dienstag von einem "Zwischenfall", in den man nicht zu viel hineindeuten dürfe. Er sagte, ein "Angestellter" der US-Botschaft in Moskau sei "kurz inhaftiert und freigelassen" worden.

Belastung für bilaterale Beziehungen

Der Vorfall könnte eine neue Belastung für die Beziehungen zwischen Russland und den USA darstellen. Diese haben sich deutlich verschlechtert, seit Wladimir Putin im vergangenen Jahr für eine dritte Amtszeit als Präsident in den Kreml zurückkehrte. Die letzte größere Spionageaffäre datiert von 2010, als zehn russische “Schläfer“ in den USA festgenommen und nach Moskau abgeschoben wurden.

Zuletzt hatten sich beide Länder vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse wiederholt um eine engere Zusammenarbeit bemüht. Erst in der vergangenen Woche schlugen US-Außenminister John Kerry und der russische Außenminister Sergej Lawrow nach gemeinsamen Beratungen vor, eine internationale Syrien-Konferenz ins Leben zu rufen. Zudem zogen die Regierungen in Washington und Moskau nach den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon eine engere Kooperation in Sicherheitsfragen in Erwägung.

te/gri (rtr, afp, dpa)

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