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Politik

Angebliche Drohungen Osama bin Ladens

Nach den Tonbandbotschaften bin Ladens wollen die USA den Kampf gegen den Terror fortsetzten. Der El-Kaida-Chef hatte zuvor neue Selbstmordanschläge angekündigt. Der US-Geheimdienst prüft, ob die Aufnahmen echt sind.

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Der El-Kaida-Chef im arabischen Fernsehen Anfang September 2003

Das Terrornetzwerk El Kaida hat den USA und weiteren am Irak-Krieg beteiligten Staaten erneut mit Selbstmordanschlägen gedroht. Der arabische Fernsehsender El Dschasira verbreitete am Samstag (18.10.2003) zwei Tonbanderklärungen mit der Stimme von Osama bin Laden. Darin werden die Iraker zum Widerstand gegen die amerikanischen Truppen aufgerufen. In Washington begannen Experten des US-Geheimdienstes CIA mit Untersuchungen zur Echtheit der Stimme.

"Muskeln zeigen"

Die neue Drohung richtet sich namentlich gegen Großbritannien, Spanien, Australien, Polen, Japan und Italien. Zugleich rief der Sprecher die Iraker auf, nicht mit den amerikanischen Truppen zusammenzuarbeiten. Die jungen Männer in den islamischen Ländern sollten "in den Heiligen Krieg zu ziehen und die Muskeln zu zeigen", forderte die Stimme.

Ein zweites Tonband richtet sich an die USA. "Ich sage dem amerikanischen Volk, dass wir weiter gegen euch kämpfen werden und wir werden Märtyrereinsätze in und außerhalb der USA solange fortsetzen, bis ihr eure Ungerechtigkeit einstellen werdet", heißt es auf dem Band.

Der globale Antiterrorkampf geht weiter

Die letzte Erklärung mit der Stimme Bin Ladens wurde am 10. September 2003 von El Dschasira verbreitet. Ein Redakteur des Senders erklärte, die Bänder stammten aus einer verlässlichen Quelle. Die Aufnahmen hätten einen Umfang von insgesamt 31 Minuten, von denen aber nur 17 Minuten verbreitet worden seien. Mindestens eines der Bänder wurde offenbar vor dem 6. September2003 aufgezeichnet, da darin der an diesem Tag zurückgetretene palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas erwähnt wird.

Diese jüngste angebliche Botschaft des El-Kaida-Chefs bin Laden zeigt nach Ansicht der US-Regierung die Notwendigkeit der Bekämpfung von Terroristen. Das Tonband sei eine Erinnerung daran, "dass der globale Kampf gegen den Terrorismus weiter geht", sagte US-Präsidentensprecher Scott McClellan am Sonntag (19. Oktober 2003) in Bangkok am Rande des Besuchs von US-Präsident George W. Bush.

Geld für Bush

Beide Kammern des US-Kongresses stimmten unterdessen für das von der Regierung vorgelegte Milliardenpaket für Militäreinsätze in Irak und Afghanistan. Eine endgültige Fassung des US-Finanzplans in Höhe von 87 Milliarden Dollar soll ein Vermittlungsausschuss Ende Oktober 2003 vorlegen, da die Senatoren Abstriche für Mittel zum zivilen Wiederaufbau des Iraks vornahmen. So soll die Hälfte der von Bush dafür beantragten Mittel von 20,3 Milliarden Dollar nur als Kredit gewährt werden. (kap)