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Aktuell Welt

Anerkennung für 100 Helden der Pressefreiheit

Zum internationalen Tag der Pressefreiheit haben Politiker und Verbände weltweit einen besseren Schutz von Journalisten angemahnt. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" ließ sich eine ungewöhnliche Aktion einfallen.

"In vielen Teilen der Welt wird die Freiheit der Medien tagtäglich mit Füßen getreten", erklärte Astrid Frohloff, die Vorstandssprecherin von "Reporter ohne Grenzen" (ROG), in Berlin. In politischen Krisen wie zurzeit im Osten der Ukraine sei die Pressefreiheit eines der ersten Opfer. Der Schutz von Journalisten und unabhängigen Medien sollte eine Bedingung für jede tiefere Zusammenarbeit mit den betroffenen Staaten sein, betonte Frohloff. Zum internationalen Tag der Pressefreiheit an diesem Samstag lenkte die Organisation die Aufmerksamkeit auf unerschrockene Medienvertreter und Online-Aktivisten, die laut Frohloff "gerade in repressiven Staaten einen unermesslichen Beitrag für die Entwicklung ihrer Gesellschaften leisten". Dazu veröffentlichte ROG eine Liste mit 100 "Helden der Pressefreiheit", Journalisten, die zum Teil ihr Leben riskieren, um Korruption anzuprangern oder kritische Medien zu betreiben.

Auf der Liste stehen unter anderem die Journalisten Glenn Greenwald und Laura Poitras, die die Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden mit ins Rollen gebracht haben, sowie WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Dort findet sich auch der türkische Investigativ-Journalist Ismail Saymaz, der für die Zeitung "Radikal" seit 2002 über heikle Themen wie Meinungsfreiheit und Menschenrechte in seiner Heimat schreibt.

Oder Serhij Leschtschenko, der Vize-Chefredakteur der Internet-Zeitung "Ukrainskaja Prawda". Letschtschenko habe wiederholt über die Korruption der politischen und wirtschaftlichen Elite recherchiert und etwa die Ausgaben von Viktor Janukowitsch demonstrativ seinem eigenen Gehalt gegenübergestellt. Nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" wurden in diesem Jahr bereits 16 Journalisten und neun Online-Aktivisten getötet. 164 Journalisten und 166 Online-Aktivisten seien in Haft.

Ban: "Keine Straflosigkeit"

Zum Tag der Pressefreiheit erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, es dürfe keine Straflosigkeit für die geben, die Journalisten attackierten und versuchten, sie einzuschüchtern oder ihre Arbeit zu behindern. "Solche Taten sind völlig inakzeptabel in einer Welt, die immer mehr von weltweiten Nachrichtennetzwerken abhängt und von den Journalisten, die für sie arbeiten." Er rufe alle Regierungen, Verbände und jeden Einzelnen auf, das fundamentale Recht der Pressefreiheit zu verteidigen.

Ähnlich äußerte sich der Europarat in Straßburg, der von seinen Mitgliedern außerdem eine rechtliche Absicherung von Whistleblowern forderte. Das Ministerkomitee des Rates verabschiedete eine Erklärung, in der die Mitgliedsländer auf die zunehmenden Angriffe auf Journalisten und die besonderen Gefahren für weibliche Medienvertreter hingewiesen wurden.

Deutschland auf Platz 18

Nach Angaben des US-Forschungsinstituts Freedom House lebt nur noch jeder sechste Mensch auf der Welt in Ländern, in denen die Presse frei berichten könne. Dies sei der schlechteste Stand seit mehr als zehn Jahren, heißt es im jüngsten Jahresbericht der Organisation. Deutschland schneidet in dem Vergleich von 197 Ländern dabei gut ab und landet auf dem 18. Platz. Allerdings liegen acht der 27 restlichen EU-Staaten noch vor Deutschland. Die Spitzenplätze belegen die Niederlande, Norwegen und Schweden. Nordkorea sowie Usbekistan und Turkmenistan landen auf den letzten Plätzen.

Die Vereinten Nationen erinnern am Welttag der Pressefreiheit an den hohen Wert der Informations- und Freiheitsrechte. Der 3. Mai steht für den Jahrestag einer Erklärung zur Pressefreiheit, die 1991 in Windhuk in Namibia verabschiedet wurde. Journalistenverbände weisen an dem UN-Gedenktag darauf hin, dass freie Berichterstattung in vielen Ländern nicht möglich ist.

Derweil wurde der türkische Journalist und Buchautor Ahmet Sik mit dem UNESCO-Preis der Pressefreiheit ausgezeichnet. hat Die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) würdigte den 44-jährigen Enthüllungsjourmalisten als "glühenden Verteidiger der Menschenrechte". In seinen Artikeln prangere Sik Korruption und Gewalt gegen Meinungsfreiheit an. Sik nahm die Auszeichnung am Sitz der Organisation in Paris entgegen. Dort erklärte er, zweifellos hätten viele Kollegen in der Türkei oder anderswo den Preis mehr verdient als er. Einige hätten ihr Leben verloren, andere ihre Freiheit. Die Auszeichnung gelte deshalb auch allen seinen Freunden.

kle/re (epd, dpa, afp)

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