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French Open

Andy Murray mit Mühe und Moral

Paris bleibt ein schwieriges Pflaster für Andy Murray: Noch nie konnte er die French Open gewinnen und auch 2017 kommt er nur mit Kampf weiter. Derweil zeigt sein Drittrunden-Gegner echte Klasse - auch neben dem Platz.

Grand-Slam-Turniere bedeuten von Anfang an Schwerstarbeit, selbst für die ganz Großen der Szene. Vorbei die Zeiten, in denen man locker durch die ersten drei Runden marschierte und dabei bessere Trainingseinheiten absolvierte. So musste Andy Murray bereits in Runde zwei der French Open über vier kräftezehrende Sätze gehen. Der Brite setzte sich gegen Martin Klizan aus der Slowakei phasenweise durchaus mit Mühe und viel Einsatz durch: 6:7 (3:7), 6:2, 6:2, 7:6 (7:3) hieß es am Ende nach Sätzen.

Der topgesetzte Murray benötigte auf seiner Titelmission bereits in der zweiten Runde 3:36 Stunden Spielzeit. Im vierten Satz lag der 30-Jährige Murray schon mit 2:5 in Rückstand und schrie seinen Frust immer wieder lautstark heraus - auch in Richtung seiner Box, in der sein Coach Ivan Lendl wie immer fast regungslos saß. Doch der zweimalige Wimbledonsieger aus Schottland kämpfte sich anschließend zurück in die Partie - begleitet von einigen lautstarken Flüchen. "Ich versuche, mich - so gut es geht - zu benehmen. Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt", kommentierte Murray seine verbalen Ausfälle, die bei den französischen Fans nicht gut ankommen, nach der Partie.

Neuauflage des Olympia-Finales wartet

"Es war sehr hart. Martin kann von überall auf dem Platz schlagen. Wir haben beide gut gespielt, es war eine tolle Atmosphäre", sagte Olympiasieger Murray, der nun in einer Neuauflage des Olympia-Finals von Rio 2016 am Samstag auf Juan Martin Del Potro (Nr. 29) trifft. Der Argentinier hatte beim 6:3, 3:6, 1:1 von der Aufgabe des am Knie verletzten Spaniers Nicolas Almagro profitiert. Im vergangenen Jahr hatte Murray erstmals im Finale von Roland Garros gestanden, dort aber gegen Novak Djokovic (Serbien) verloren. Der Titel von Paris fehlt dem Briten ebenso noch in seiner Grand-Slam-Sammlung wie der Coup bei den Australian Open. Sicher ist, dass Murray die Spitze des Rankings in Frankreich nicht verlieren kann.

Del Potro tröstet verletzten Gegner

APTOPIX France Tennis French Open Nicolas Almagro Juan Martin del Potro (picture alliance/AP Photo/D.Vincent)

Ein Bild, das mehr sagt als Worte: Juan Martin del Potro tröstet Nicolas Almagro

Del Potro wurde seinem Ruf, ein sehr fairer und sympathischer Sportler zu sein, wieder einmal gerecht. Als Kontrahent Almagro wegen einer Knieverletzung nicht mehr weiterspielen konnte, setzte sich der 28-Jährige neben ihn auf die Bank und nahm den verzweifelten Spanier in den Arm. Almagro, Nummer 69 der Weltrangliste, weinte bitterlich. Unter dem Jubel der Zuschauer auf Court 2 tröstete del Potro den 31-Jährigen mehrere Minuten lang. 

Zuvor hatte sich der ehemalige US-Open-Sieger del Potro behandeln lassen müssen und dafür sogar den Platz verlassen. Sein Start beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres war wegen Rücken- und Schulterschmerzen lange fraglich. Es ist das erst Mal seit 2012, dass del Potro in Roland Garros antritt. In den vergangenen Jahren war der "Turm von Tandil", wie das 1,98 Meter große Kraftpaket genannt wird, immer wieder von Blessuren zurückgeworfen worden. Nun steht er in Runde drei.

Die dritte Runde erreicht hat auch Mitfavorit Stan Wawrinka. Der Schweizer setzte sich gegen Alexander Dolgopolow aus der Ukraine mit 6:4, 7:6 (7:5) und 7:5 durch. Der French-Open-Champion von 2015 benötigte 2:34 Stunden für seinen Erfolg. 

Nur noch eine Deutsche ist im Turnier

Tennis French Open Carina Witthoeft (picture-alliance/dpa/Y. Valat)

Die letzte Deutsche im Turnier: Carina Witthöft

Bei den Damen steht die an Nummer fünf gesetzte Jelina Switolina aus der Ukraine nach ihrem 3:6, 6:3, 6:2-Erfolg gegen die Bulgarin Zwetana Pironkowa ebenso in Runde drei wie Agnieszka Radwanska. Die Polin, Nummer neun der Setzliste, bezwang die Belgierin Alison van Uytvanck nach verlorenem ersten Satz mit 6:7 (3:7), 6:2 und 6:3. Ausgeschieden ist dagegen die Doppelpartnerin von Julia Görges, Barbora Strycova aus Tschechien, die mit 4:6 und 1:6 gegen Alizé Cornet aus Frankreich den Kürzeren zog. 

Und auch die Deutsche Carina Witthöft erreichte nach einer starken Vorstellung erstmals die dritte Runde der French Open. Die Weltranglisten-73. aus Hamburg besiegte die ebenfalls ungesetzte Lokalmatadorin Pauline Parmentier mit 6:4, 7:6 (7:5) und ist der einzige im Feld verbliebene deutsche Profi. Nach 1:59 Stunden verwandelte Witthöft ihren zweiten Matchball. Die 22-Jährige ließ sich auch nicht davon verunsichern, dass sie Parmentier nach einem 5:0-Blitzstart im ersten Satz noch einmal auf 5:4 herankommen lassen musste. Auch danach blieb sie in der Stierkampfarena nervenstark. 

Tatjana Maria (Bad Saulgau) verlor indes am Donnerstag trotz guter Leistung mit 4:6, 3:6 gegen die ehemalige Roland-Garros-Finalistin Simona Halep (Frankreich/Nr. 3) und konnte die enttäuschende DTB-Bilanz nicht weiter aufbessern. In der ersten Runde waren bereits elf der 13 deutschen Profis gescheitert - darunter Angelique Kerber und Rom-Sieger Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 9). Es war das schlechteste Abschneiden der Deutschen bei einem Grand-Slam-Turnier seit 2008.

asz/sn (sid, dpa)

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