Andris Nelsons ist neuer Chefdirigent des Leipziger Gewandhausorchesters | Musik | DW | 22.02.2018
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Musik

Andris Nelsons ist neuer Chefdirigent des Leipziger Gewandhausorchesters

Der Lette Andris Nelsons gehört zu den gefragtesten Dirigenten unserer Zeit. In Leipzig reiht er sich in eine lange Tradition berühmter Musiker ein, aber es werden auch spannende neue Projekte angekündigt.

Überall ist der 39-jährige Andris Nelsons derzeit auf Plakaten in der Stadt Leipzig zu sehen, das Interesse an seiner Person ist enorm. Am 23. Februar wird er offiziell im Leipziger Gewandhaus in sein neues Amt als Chefdirigent eingeführt, passend zum 275. Gewandhaus-Jubiläum. Auf dem Programm stehen Werke von Steffen Schleiermacher, Alban Berg und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Als 21. Gewandhauskapellmeister steht Nelsons jetzt in einer Reihe mit so berühmten Vorgängern wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Wilhelm Furtwängler, Kurt Masur oder Bruno Walter.

Nelsons, der mit seiner offenen und freundlichen Art bei Musikern und Musikfans weltweit beliebt ist, stand von Anfang an als Wunschkandidat fest. "Das Orchester hat über zwei, drei Namen beraten. Da hat sich Andris Nelsons schnell herauskristallisiert", sagte der Gewandhausdirektor Andreas Schulz.

Jeder Konzertabend neu und anders

Auch aus den Orchesterreihen kommt Begeisterung über die sich anbahnende Nelsons-Ära in Leipzig: "Jeder Abend ist bei ihm anders, alle Konzerte sind unterschiedlich, das macht den Reiz aus," sagte der Konzertmeister Frank-Michael Erben, der jetzt seinen vierten Gewandhauskapellmeister erlebt. Der Bratschist Anton Jivaev stimmt zu: "Es gibt bei ihm keine Begrenzung, er bleibt immer offen für den Moment."

Dirigent Andris Nelsons in China (picture alliance/Imaginechina/Li Lewei)

Andris Nelsons in Aktion, hier bei einem Konzert in China 2017

Die Begeisterung ist gegenseitig. "Das Gewandhausorchester gehört zu den besten der Welt," sagte Nelsons in einem Interview der dpa. "Die Chemie zwischen uns hat von Anfang an gestimmt. Auch das Publikum ist sehr lebendig."

Ähnlich wie viele andere Dirigenten, hat auch Andris Nelsons mehrfache Bindungen: Er leitet derzeit auch das Boston Symphony Orchestra, sein Vertrag dort läuft bis 2022. Daraus entstand die ungewöhnliche Idee eines Kooperationsvertrags der beiden Häuser. Danach sollen beide Klangkörper jedes Jahr gemeinsam ein Orchesterwerk in Auftrag geben und in beiden Häusern aufführen. Außerdem wird es Konzertwochen geben, in denen das eine Ensemble jeweils das Repertoire des anderen interpretiert. Geplant ist auch ein Austausch von Musikern und Gastspielen in der jeweils anderen Stadt.

Dirigent auf der Überholspur

Begonnen hatte Andris Nelsons seine musikalische Karriere als Trompeter, später entschied er sich für das Dirigieren und begann als Chefdirigent an der lettischen Nationaloper im Alter von nur 24 Jahren. Weitere Stationen waren der Chefposten bei der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford und beim City of Birmingham Symphony Orchestra als Nachfolger von Simon Rattle. Mit Letzerem gastierte er 2014 beim Bonner Beethovenfest, wo er an vier aufeinanderfolgenden Abenden alle neun Symphonien Ludwig van Beethovens dirigierte.

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