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Bildung

Andere Länder, andere Sitten ...

Neue Kulturen entdecken, Länderabende mit typischem Buffet und die Möglichkeit, neue Freunde aus fremden Ländern zu finden: An der Uni Bonn gibt es dafür sogar ein "Zertifikat für internationale Kompetenz".

Studenten in der Bibliothek der Universität Bonn (Foto: Frank Homann)

Fröhliche Musik schallt aus dem Kellereingang, der mit französischen Fähnchen und Flaggen geschmückt ist. Heute ist Länderabend im Internationalen Club des International Office der Uni Bonn, das ausländische und deutsche Studierende zusammenbringt. Französische Studierende, die in Bonn zu Gast sind, organisieren den Abend für die deutschen Kommilitonen. Beim Buffet mit Käse, Quiche und Crêpes kann man die andere Kultur erkunden, und nach einem Glas Wein kommen auch die ersten Gespräche in Gang.

Mit der Globalisierung Schritt halten

Studierende der Universität Bonn auf einer Bank im Park(Foto: Ulrike E. Klopp)

Der Blick über den Tellerrand bringt Freunde aus aller Welt

In Zeiten der Globalisierung wird es immer wichtiger, andere Kulturen zu verstehen und sich der Welt zu öffnen. Deshalb bieten viele Unis in Deutschland Kurse an, die ihre Studierenden "international kompetent" machen sollen. Auch der Länderabend gehört zu einem dieser Programme. Seit 2006 können Studierende der Uni Bonn neben ihrem eigentlichen Studiengang ein "Zertifikat für internationale Kompetenz" erhalten. "Wir wollen unseren Studierenden nicht nur die Möglichkeit geben, über den Tellerrand hinaus zu blicken, sondern sie auch für ihr Engagement belohnen", sagt Ute Harres von der Uni Bonn. Mit dem Zertifikat soll ein Prozess beginnen, der die Studierenden bestmöglich auf ihre Zukunft vorbereitet. Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrungen sind für Arbeitgeber immer entscheidender bei der Auswahl ihrer Bewerber. Mit der Zusatzqualifikation der "internationalen Kompetenz" wollen die Universitäten ihren Beitrag zu dieser Entwicklung leisten.

Wie wird man "international kompetent"?

Studentinnen in der Mensa der Universität Bonn (Foto: Eric Lichtenscheidt)

Der "Study-Buddy" hilft -auch in der Mensa

Neben den Länderabenden gehören auch Sprachkurse und internationale Vorlesungen zur Qualifikation. In interkulturellen Trainings wird die Kommunikation zwischen den Kulturen geübt. Auch das Auslandssemester ist ein Teil des Programms und bei den Studierenden sehr beliebt. Wer aber nicht die Möglichkeit hat, ins Ausland zu gehen, kann sich auch vor Ort mit ausländischen Studierenden treffen. Als Study-Buddy kann jeder Student eine Art "Vertrauensschüler" für einen ausländischen Studierenden werden, der ein Semester in Bonn verbringt. Gemeinsame Ausflüge, Hilfe bei der Organisation des Studiums und seelischer Beistand in der Eingewöhnungsphase stehen auf dem Plan.

Ein Konzept macht Schule

Auch andere Unis sehen das Potenzial der "internationalen Kompetenz". In Hildesheim heißt das ganze "Qualiko". Dort können Studierende sich gezielt in interkultureller Kommunikation weiter qualifizieren. Andere Möglichkeiten werden in Masterstudiengängen geboten. "Interkulturelle Kompetenz Japan für Wirtschaftswissenschaftler" ist nur ein Beispiel von vielen. Der Vorteil der meisten Programme liegt darin, dass sich jeder weiterbilden kann, egal ob Naturwissenschaftler oder Jurist, deutscher oder ausländischer Student. Noch dazu sind Angebote, die von den Universitäten organisiert werden, größtenteils kostenfrei.

Bloße "Schein"-Versessenheit oder echtes Interesse?

Unifest der Universität Bonn: Studierende werfen ihre Hüte in die Luft (Foto: Frank Homann)

Egal welcher Abschluss, international kompetent kann jeder werden

Studierende, die sich in internationalen Organisationen engagieren, sehen aber auch das Risiko, dass der zentrale Sinn - das Interesse an fremden Kulturen - untergeht und es nur darum geht, das Zertifikat zu bekommen. "Manche Studierende holen sich nur noch ihre Teilnahmebescheinigung ab und hören gar nicht wirklich zu", meint eine Studentin der Uni Bonn, die sich in einem internationalen Verein engagiert hat und internationale Vorlesungsreihen mitorganisierte. Ute Harres schätzt dieses Risiko als sehr gering ein. "Um die Bedingungen für das Zertifikat zu erfüllen, muss man sich aktiv engagieren und Einsatz zeigen, insofern kann es keine "passiven" Kandidaten geben. Die meisten kommen wegen der persönlichen Bereicherung, die das Projekt garantiert."

Autorin: Nina Treude
Redaktion: Gaby Reucher

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