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Afrika

Andauernde Kämpfe in Somalia

Seit zwei Wochen kämpfen Islamisten in Mogadischu gegen Regierungstruppen und Soldaten der Afrikanischen Union. Dabei starben mindestens 230 Menschen. Am Donnerstag detonierte eine Autobombe am Flughafen.

Verwundeter wird nach einem Anschlag in Mogadischu weggetragen(Foto: AP)

Werden fast täglich gemeldet: Anschläge in Mogadischu

Artilleriefeuer auf Wohngebiete, Leichen am Straßenrand, Verletzte warten in den Krankenhäusern auf Behandlung – so beschreiben Augenzeugen die derzeitige Lage in Somalias Hauptstadt Mogadischu. Neben den mehr als 230 Toten seien rund 400 Zivilisten verletzt worden, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen am Dienstag (07.09.2010) in Genf mit. Rund 23.000 Menschen sollen in den vergangenen Wochen vor der Gewalt aus der umkämpften Hauptstadt geflohen sein.

Am Donnerstag (9.9.2010) sprengte sich am Flughafen der somalischen Hauptstadt ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft. Der Täter habe sein Fahrzeug in einen Kontrollposten von Friedenssoldaten der Afrikanischen Union gerammt und einen Sprengsatz gezündet, berichteten Augenzeugen. Mindestens 8 Menschen sollen getötet worden sein. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich zwei ranghohe Vertreter der UNO sowie der Afrikanischen Union (AU) am Flughafen, blieben aber unverletzt, so ein Sprecher der AU-Friedensmission. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz.

Neue Rebellenoffensive

Al-Shabaab-Kämpfer in Mogadischu (Foto: AP)

Die Al-Shabaab-Miliz hatte vor zwei Wochen einen "heiligen Krieg" gegen die international anerkannte Übergangsregierung angekündigt. Nach einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel in Mogadischu hatten die schwersten Kämpfe seit Monaten begonnen.

Seitdem kommt es jeden Tag zu Gefechten in der Stadt. Die Al-Shabaab erklärte, ihre Kämpfer hätten die Regierungstruppen weiter in die Enge getrieben. Die Soldaten der schwachen Übergangsregierung haben in Mogadischu ohnehin nur noch die Kontrolle über wenige Stadtteile, die von der Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) geschützt werden. Experten sehen die Rebellenoffensive gegen Regierung und AU als Reaktion auf die Ankündigung, dass die Afrikanische Union ihre Friedenstruppen von 6000 auf 8000 Mann aufstocken will.

Hilferuf an die Internationale Gemeinschaft

Somalias Präsident Sharif Sheikh Ahmed (Foto: AP)

Die Übergangsregierung unter Präsident Sharif Sheikh Ahmed hat den Islamisten wenig entgegenzusetzten

Somalias Präsident Sharif Sheikh Ahmed hat die internationale Gemeinschaft in einem dringenden Appell vor kurzem dazu aufgerufen, sein Land im Kampf gegen die islamistischen Aufständischen zu unterstützen. Trotz "magerer Ressourcen" hätten die Truppen der somalischen Übergangsregierung strategisch wichtige Einrichtungen in der Hauptstadt Mogadischu "mutig" gegen die islamistische Al-Shabaab- Miliz verteidigt. Um aber "den Terroristen ernsthaft die Stirn zu bieten, benötigt die Regierung die Hilfe der internationalen Gemeinschaft".

20 Jahre Bürgerkrieg

Bei einem Anschlag verletzter Somali (Foto: AP)

Für die Bevölkerung gehört die Gewalt längst zum Alltag

Sharif hob hervor, dass in seinem Land seit zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg herrscht. "Es ist kaum realistisch, von Somalia zu erwarten, dass es allein dem dämonischen Bündnis aus Al-Shabaab und Al-Kaida Einhalt gewährt, während das Land aus 20 Jahren der Zerstörung und des Chaos hervorgeht", erklärte der Übergangspräsident. Afghanistan, Pakistan und der Irak erhielten von der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen Islamisten "beachtliche Hilfe in finanzieller Form, bei der Logistik und in Form gezielter Militäraktionen". Somalia bekomme solche Unterstützung nicht, obwohl es "einem ähnlichen, sogar mächtigerem Feind" gegenüber stehe, kritisierte Sharif.

Autoren: Katrin Ogunsade/Klaudia Pape (afp, dpa, ap, epd)

Redaktion: Klaudia Pape


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