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Politik

And the Winner is...

Die Republikaner haben bei den Zwischenwahlen in den USA einen rauschenden Sieg errungen: Sie werden künftig sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat beherrschen. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse.

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Amerikanische Bruderliebe: George und Jeb

Die Republikaner bauten nach den Berechnungen der US-Fernsehsender ihre Mehrheit im 435 Sitze zählenden Repräsentantenhaus um drei Mandate auf 226 Sitze aus. Die Demokraten verloren fünf Sitze und sind künftig nur noch mit 203 Abgeordneten vertreten. In fünf Stimmbezirken stehen die genauen Wahlergebnisse noch aus. Trotzdem steht fest: Es ist das erste Mal seit fast 50 Jahren, dass die Republikaner beide Parlamentskammern und das Weiße Haus kontrollieren, abgesehen von George W. Bushs ersten drei Amtsmonaten. Den Republikanern gelang auch der äußerst seltene Coup, als Präsidentenpartei bei Zwischenwahlen zuzulegen.

Auch im Senat erfolgreich

Im Senat konnten die Republikaner 51 der 100 Sitze erobern. Die Demokraten verloren drei Sitze und stellen künftig 46 Senatoren. Zuletzt hatte es im Senat ein Patt von je 49 Stimmen der Republikaner und Demokraten gegeben. Bis zum Unfalltod ihres Senatoren Paul Wellstone aus Minnesota Ende Oktober hatten die Demokraten jedoch eineinhalb Jahre lang eine Mehrheit von einer Stimme.

Der Triumph der Republikaner bei den Senatswahlen wurde dadurch ermöglicht, dass sie einerseits als "wackelig" geltende Sitze verteidigen, andererseits in einigen Staaten den Demokraten Sitze abringen konnten. So gelang es Elizabeth Dole, Frau des früheren Präsidentschaftkandidaten Bob Dole und ehemalige Ministerin, in North Carolina den Senatssitz des ausscheidenden Ultrakonservativen Jesse Helms zu gewinnen. In New Hampshire konnte sich der Republikaner John Sununu gegen die Demokratin Jeanne Shaheen durchsetzen.

Viele Überraschungssiege

In Georgia landete der Republikaner Saxby Chambliss einen Überraschungscoup. Er schlug den demokratischen Senator Max Cleland, der noch nie eine Wahl verloren hat. Chambliss hatte Cleland im Wahlkampf mangelnde Entschlossenheit in Fragen der nationalen Sicherheit vorgeworfen und sich damit heftige Kritik der Demokraten eingehandelt: Der Vietnam-Veteran Cleland hat im Krieg drei Gliedmaßen verloren. In Texas konnte der Republikaner John Cornyn den Senatssitz gewinnen und sich damit gegen den schwarzen Bürgermeister der Millionenstadt Dallas, Ron Kirk, durchsetzen.

In Minnesota unterlag der Demokrat Walter Mondale dem Republikaner Norman Coleman. Der frühere Vizepräsident Mondale war kurz vor der Wahl für den tödlich verunglückten Senator Paul Wellstone nachnominiert worden. In Missouri verlor die Demokratin Jean Carnahan ihren Senatssitz an den Republikaner Jim Talent. Carnahan hatte das Mandat vor zwei Jahren an Stelle ihres Mannes übernommen, der ebenfalls bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Offen war das Rennen noch in South Dakota und Louisiana.

Trostpreis Gouverneurswahlen

Die Demokraten können sich mit Zugewinnen bei den Gouverneurswahlen trösten und den bisherigen Vorsprung der Republikaner von 27 zu 21 Staaten schmälern. Der Demokrat Rod Blagojevich wurde zum Gouverneur von Illinois gewählt, wo seit 30 Jahren die Republikaner regierten. Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien verteidigte der Demokrat Gray Davis sein Gouverneursamt.

Der republikanische Präsidentenbruder Jeb Bush verteidigte sein Gouverneursamt in Florida souverän gegen den demokratischen Herausforderer Bill McBride. Ebenso klar siegten die republikanischen Gouverneure George Pataki in New York und Rick Perry in Texas. In Maryland unterlag die demokratische Kandidatin Kathleen Kennedy Townsend, Nichte des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, überraschend dem republikanischen Rivalen Robert Ehrlich. Ein ähnlicher Coup gelang Sonny Perdue in Georgia: Er besiegte den demokratischen Amtsinhaber Roy Barnes und wird damit der erste republikanische Gouverneur des Staates seit 130 Jahren.

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