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Bildung

An Lorbeeren gewöhnt: die LMU München

Geschichtsträchtig, aber keineswegs verstaubt: Mit einem enormen Fächerangebot und einem Spitzenruf in der Forschung zieht die LMU Studenten aus dem In- und Ausland an. Die Alpen vor der Tür gibt es inklusive.

Dass München mehr als das Oktoberfest zu bieten hat, weiß man in Hochschulkreisen schon lange. Die Liste der Forschungspreis- und Nobelpreisträger an der Ludwig-Maximilians-Universität München liest sich wie ein "Who is Who" der deutschen Genies: Von Wilhelm Conrad Röntgen über Werner Heisenberg bis hin zu Konrad Lorenz reicht die Liste. Sozialwissenschaftler Max Weber unterrichtete hier ebenso wie der Herz- und Lungenchirurg Ferdinand Sauerbruch. Studierende in München treten also in große Fußstapfen, wenn sie sich einschreiben.

Von Ägyptologie bis Zahnmedizin

Knapp 49.000 Studierende sind es derzeit, rund 14 Prozent davon stammen aus dem Ausland. Und sie alle sind davon überzeugt, dass der gute Name der LMU ihre Chancen auf einen Job verbessern könnte. In München haben sie die Wahl zwischen rund 150 Studienfächern in 18 Fakultäten. Von Ägyptologie bis Zahnmedizin kann man fast alles an der LMU studieren. Reine Ingenieurfächer gibt es an der schon 2006 offiziell zur Elite-Uni gekürten Hochschule allerdings nicht - die studiert man an der Technischen Universität München, die ebenfalls zu den Elite-Universitäten gehört.

Fruchtfliegen im Labor von Prof. Klaus Förstemann, LMU München; Foto: Gerhard Brack

Forschung mit Fruchtfliegen

Beide Hochschulen konnten ihren Exzellenzen-Status 2012 verteidigen - und nicht nur das. An der LMU ist man stolz darauf, die erfolgreichste Universität im bundesdeutschen Exzellenz-Wettbewerb zu sein, wurden doch alle eingereichten Anträge bewilligt: nämlich vier Graduiertenschulen, vier Exzellenzcluster sowie ein Zukunftskonzept namens LMUexcellent, das sich der Nachwuchsförderung verschrieben hat.

Gehirnforschung und Altertum

Der Elite-Status bringt nicht nur Renommee, sondern vor allem Geld in die Kassen der Hochschulen. Bei der LMU fließen die Gelder zum großen Teil in naturwissenschaftliche und technische Fächer. Die Universität spielt in diesen Bereichen schon länger in der internationalen Liga mit. So überzeugte die Jury der Exzellenzinitiative vor allem das Konzept der "Graduate School of Systemic Neurosciences", die fächerübergreifende Doktorandenprogramme in der Gehirnforschung anbietet. Die am "Munich Center for Neurosciences – Brain & Mind" angesiedelte Graduiertenschule forscht dabei in verschiedenen Bereichen von der Biologie über die Neuropsychologie bis hin zur Wissenschaftstheorie.

Bis 2017 sollen nun die erfolgreich etablierten Forschungsverbünde in den Bereichen Nanowissenschaften, Proteinforschung, Laserphysik und in der Astrophysik sowie die Graduiertenschule in den Neurowissenschaften weiter gefördert werden. Zusätzlich werden an der LMU drei weitere Graduiertenschulen etabliert: in der Systembiologie, in den Altertumswissenschaften und - gemeinsam mit der Universität Regensburg - im Bereich der Osteuropastudien sowie in der Systemneurologie.

Keilschrift und Lola Montez

Atrium der Ludwig-Maximilian-Universität, München Foto: picture-alliance/Dumont

Die LMU hat eine lange Geschichte

Geisteswissenschaftler an der LMU bemängeln gern, dass ihren Fachbereichen so gut wie keine Förderung zukomme, doch Naturwissenschaftler und Techniker halten dagegen, dass eine Industrienation mit Spitzentechnologie und nicht mit der Deutung alter Keilschriften zu Wohlstand komme.

Dabei kann Geschichte so interessant sein: Wer in die Historie der LMU eintaucht, erfährt, dass sie zweimal den Standort wechselte. 1472 mit päpstlicher Genehmigung in Ingolstadt als erste Universität in Bayern gegründet, zog man 1800 aus Angst vor Napoleon und seinen Soldaten nach Landshut um. Erst König Ludwig I. siedelte die Universität 1826 dann als eine seiner ersten Amtshandlungen in München an. Doch die Studenten dankten es ihm schlecht: Sie setzten sich lautstark dafür ein, dass er im Revolutionsjahr 1848 wegen seiner Affäre mit der skandalträchtigen Tänzerin Lola Montez zum Rücktritt gezwungen wurde. Der Leumund der Universität nahm keinen Schaden - sie hatte schon damals einen exzellenten Ruf.

Die Alpen und kostenlose Brezeln 

Das Hauptgebäude der Uni mit seinen prächtigen Säulen steht am Geschwister-Scholl-Platz, wo einst die Studenten Hans und Sophie Scholl ihre Flugblätter gegen die Nazis verteilten. Daneben gibt es das Klinikum in der Innenstadt, den mitten im Grünen gelegenen Hightech-Campus in Großhadern und noch ein paar weitere Institute, die sich über die ganze Stadt verteilen.

Drei Menschen mit Schneeschuhen, im Hintergrund die Alpen rund um die Zugspitze. Copyright: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG/Farys

Die Alpen liegen vor der Tür

Die bayerische Landeshauptstadt hat Flair und strahlt Gemütlichkeit aus, ganz zu schweigen davon, dass nur einen Katzensprung entfernt die Alpen zum Skifahren und Wandern einladen und Italien auch fast um die Ecke liegt. Ein Plus, das Studierende zu schätzen wissen, wenn sie sich mal vom Lernstress erholen wollen. Und wo sonst werden Erstsemester vom Rektor mit Brezeln und Bier begrüßt?

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