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Wirtschaft

An der Zapfsäule siegt der Diesel

Wenn der Staat den Autofahrer sanft in eine bestimmte Richtung schubsen will, dreht er an den Steuern. Für einen Liter Diesel verlangt er 18 Cent weniger Steuern als für Benzin. Folge: Rekordwerte beim Dieselabsatz.

Der Absatz von Dieselkraftstoff in Deutschland ist seit Ende der 90er Jahre um fast ein Drittel gestiegen. 2016 wurden pro Tag durchschnittlich 121 Millionen Liter abgesetzt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach Auswertung der Energiesteuerstatistik mitteilte. Das seien 30 Prozent mehr als 1999, als Deutschlands Autofahrer im Schnitt 93 Millionen Liter pro Tag tankten.

Dagegen sank der tägliche Benzinabsatz in diesem Zeitraum um 41 Prozent auf 66 Millionen Liter. Dadurch erhöhte sich der Dieselanteil am Kraftstoffabsatz von 45 auf den Rekordwert von 65 Prozent. "Nicht berücksichtigt wird dabei der so genannte Tanktourismus, also der Kraftstoffeinkauf jenseits der Grenzen Deutschlands", erklärten die Statistiker.

Einer der Gründe für die verstärkte Nachfrage nach Diesel und somit von entsprechenden Fahrzeugen dürfte der Steuervorteil sein. Die Steuer liegt den Angaben nach seit 2007 für einen Liter bleifreies Benzin bei rund 0,65 Euro, bei Diesel dagegen nur bei 0,47 Euro, also 18 Cent weniger. Für den Fiskus blieben bei den Kraftstoffen, leichtes Heizöl nicht mitgerechnet, im Jahr 2016 fast 37 Milliarden Euro hängen.

Allerdings machen die Verbraucher in Deutschland in jüngster Zeit einen großen Bogen um Dieselautos. Allein im Juli schrumpften die Neuzulassungen von Selbstzündern um fast 13 Prozent, während die von Benzinern kräftig zulegten. Viele Kunden sind verunsichert wegen der Diskussion über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge - die einen großen Anteil an den Belastungen durch Stickoxide haben - sowie vom Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen und anderen Herstellern.

wen/ul (dpa, rtr, destatis)