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Fußball

An der Weltspitze angekommen

Die deutsche U 21-Auswahl hat mit dem EM-Titel das Junioren-Triple für den DFB perfekt gemacht. Die Nachwuchsarbeit ist auf einem guten Weg, doch immer noch liegt Einiges im Argen, meint Arnulf Boettcher.

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Deutsche Spieler jubeln nach dem 4:0 gegen England (Foto: dpa)

So jubelt der Nachwuchs

Die U 21-Auswahl hat den historischen Dreifach-Triumph perfekt gemacht: Der Deutsche Fußball-Bund ist im Besitz aller drei EM-Trophäen im Jugendbereich. Und DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht den deutschen Nachwuchsfußball gar wieder an der Weltspitze angekommen. Dabei hatten die deutschen Junioren den Anschluss lange verpasst. Der letzte große Turniersieg lag 17 Jahre zurück, die U 21 hatte die EM sogar noch nie gewonnen.

Die lange Durststrecke hatte sicherlich ein Stück mit der Wende und der Wiedervereinigung zu tun. So strömten in den 90er Jahren vermehrt mittelmäßige und billige Spieler aus Osteuropa in die Bundesligen. Die Ausbildung der eigenen Talente hingegen wurde vernachlässigt. Doch mittlerweile hat sich auch beim DFB die Einsicht durchgesetzt, dass für nachhaltige Erfolge das Entwicklungspotenzial junger Spieler besser gefördert werden muss. Und so wurden unter DFB-Jugendkoordinator Michael Skibbe und jetzt von Sportdirektor Matthias Sammer neue Strukturen und altersgerechte Konzepte entwickelt.

Mesut Özil mit der EM-Trophäe (Foto: AP)

U-21-Star Mesut Özil

Spanien als Vorbild

Vorbildcharakter hatte vor allem auch der spanische Verband. Zehn Spieler der spanischen Nationalmannschaft, die 2008 gegen Deutschland den EM-Titel gewann, konnten zuvor im Juniorenbereich internationale Titel gewinnen. Den neuen Stellenwert der Nachwuchsarbeit haben auch die Bundesligisten offenbar endlich erkannt: Alle 18 Erstliga-Clubs schickten Scouts nach Skandinavien. Die U 21-EM war der Liga somit perspektivisch wichtiger als der zeitgleiche Confederations Cup in Südafrika.

Doch bleibt ein wesentliches Manko. Während sogar Champions-League-Sieger FC Barcelona seit Jahren Teenager wie Lionel Messi oder Bojan Krkic in der ersten Mannschaft spielen lässt, wirkt der Umgang in Deutschland mit Talenten wie Toni Kroos immer noch rückständig. Nach wie vor verzichten viele Vereine darauf, ihre jungen Spieler kontinuierlich einzusetzen.

Auch werden diese von ihren Vereinen nicht immer adäquat eingesetzt. Innenverteidiger Jerome Boateng etwa, die Entdeckung des EM-Turniers, musste beim Hamburger SV zuletzt immer auf vielen unterschiedlichen Positionen spielen. Hier kann und muß sich noch einiges ändern, wenn die Erfolge von heute sich im kommenden Jahrzehnt auszahlen sollen.

Autor: Arnulf Boettcher

Redaktion: Wolfgang van Kann

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