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Kultur

Amy Winehouse: Tod im Alter von 27 Jahren

Im Juni hatte sie noch ein Comeback versucht. Doch offenbar angetrunken brach Amy Winehouse den Auftritt in Belgrad ab. Für ihre Fans waren diese Bilder ein Schock. Nun ist Amy Winehouse im Alter von 27 Jahren gestorben.

Amy Winehouse (Archivfoto: dapd)

Die britische Pop- und Soul-Sängerin wurde am Samstag (23.07.2011) von der Polizei in ihrer Wohnung im Londoner Stadtteil Camden tot aufgefunden. Die Todesursache galt zunächst als unbekannt. Die Beamten sperrten die Straße vor ihrem Haus ab, wo sich zahlreiche Fans und Schaulustige versammelten. Ein Sprecher der Polizei sagte, es habe noch keine Obduktion stattgefunden. Die Familie kündigte an, "zu gegebener Zeit" eine Stellungnahme abgeben zu wollen.

Immer wieder Drogen und Alkohol

Während ihrer Karriere war Winehouse immer wieder durch Drogen- und Alkohol-Missbrauch aufgefallen. In unschöner Regelmäßigkeit hatte sie aus diesem Grund Tourneen und Konzerte absagen müssen. Ihre Probleme hatte Amy Winehouse auch in ihrer Musik thematisiert. Einer ihrer größten Hits "Rehab" enthält die Textzeile: "Sie wollten mich zu einem Entzug bewegen - ich sagte 'Nein, nein, nein'" ("They tried to make me go to rehab. I said 'no, no no'").

Amy Winehouse auf der Bühne (Archivfoto: dapd)

Auf der Bühne: Amy Winehouse

Die am 14. September 1983 geborene Winehouse galt schon als Jugendliche als großes Musiktalent. Ihr Debut-Album "Frank" im Jahr 2003 wurde von der Kritik hochgelobt. Das zweite Album brachte dann weltweit den Durchbruch: "Back to black", erschienen im Oktober 2006, erreichte schnell Spitzenplätze in den Charts. Zwei Jahre später räumte Winehouse bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles gleich fünf Mal ab: Sie holte sich den begehrten Musikpreis als beste Nachwuchskünstlerin, als beste weibliche Popsängerin, für den Song des Jahres, die Aufnahme des Jahres ("Rehab") sowie für das Album des Jahres.

Ihr bestes und letztes Album

"Back to black" verkaufte sich mehr als zehn Millionen Mal. Doch die Hoffnung der Fans und der Plattenfirmen-Manager, Amy Winehouse könne den Erfolg fortsetzen, erfüllt sich nicht. "Back to black" sollte ihr letztes Album bleiben. In der Folgezeit machte die Britin vor allem durch Drogeneskapaden Schlagzeilen.

Amy Winehouse im Jahr 2008 (Archivfoto: dapd)

Gefeierte Soul-Künstlerin

Auch ihre Ehe mit dem ebenfalls drogenkranken Blake Fielder-Civil, die im Juli 2009 geschieden wurde, verhalf der Sängerin nicht zu einem besseren Leben. Meldungen über Gefängnisaufenthalte, Pöbeleien, Ehe-Krisen und immer wieder abgebrochene Aufenthalte in Drogenkliniken beschäftigen die Boulevard-Presse. Mit einem geschätzten Vermögen von inzwischen zehn Millionen Pfund gehört Amy Winehouse zwischenzeitlich zwar zu den reichsten jungen Briten aus dem Musikgeschäft. Dennoch beklagte ihr Vater Mitchell Winehouse immer wieder das "langsame und schmerzhafte Sterben" seiner Tochter, die aufgrund ihres Zigaretten- und Crack-Konsums auch unter einer Lungenerkrankung litt.

Nachdem sich die Nachricht vom Tod der Sängerin verbreitet hatte, zollten viele Musiker-Kollegen über den Kurznachrichtendienst Twitter ihren Tribut. Mick Hucknall von "Simply Red" würdigte Amy Winehouse als "bei weitem beste britische Sängerin aller Zeiten". Ihr Produzent Mark Ronson erklärte, sie sei wie eine Schwester für ihn gewesen. Dies sei einer der traurigsten Tage in seinem Leben, so Ronson.

Nun Mitglied im "Club 27"

Dass Amy Winehouse nur 27 Jahre alt wurde, dürfte ihrer Popularität keinen Abbruch tun. Sie hat sich damit einen Platz im tragischen "Club 27" verschafft. Auch Jimi Hendrix, Janis Joplin, der Doors-Sänger Jim Morrison, Rollig-Stones-Gitarrist Brian Jones und Nirvana-Frontmann Kurt Cobain starben im Alter von 27.

Autor: Marko Langer (mit dpa, rtr, afp)
Redaktion: Walter Lausch