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Aktuell Europa

Amtsinhaber Komorowski klarer Favorit bei Präsidentenwahl in Polen

In Polen wird ein neuer Präsident gewählt. Um das höchste Staatsamt bewerben sich elf Kandidaten, darunter Amtsinhaber Bronislaw Komorowski, der in Umfragen als Favorit gilt.

Vermutlich wird der 62-jährige Historiker, der für die seit acht Jahren regierende liberale Bürgerplattform (PO) antritt, die erforderliche absolute Mehrheit aber nicht im ersten Wahlgang erreichen, sondern sich am 24. Mai einer Stichwahl stellen müssen.

Seine Zustimmungswerte sanken zuletzt auf unter 40 Prozent - vor einigen Monaten hatten sie noch bei über 50 Prozent gelegen.

Kritik an Moskau

Komorowski hatte im Wahlkampf immer wieder die Ukraine-Krise thematisiert und auf den als wachsende Bedrohung wahrgenommenen Nachbarn Russland hingewiesen. Zuletzt nutzte Komorowski eine Gedenkveranstaltung auf der Westerplatte bei Danzig zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren für Kritik an Moskau. Der Konflikt in der Ukraine zeige, "dass es in Europa noch Kräfte gibt, die an die dunkelsten Zeiten der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts erinnern", sagte der Präsident.

Die Wahl des polnischen Staatsoberhaupts erfolgt fünf Monate vor der Parlamentswahl, bei der die rechtskonservative Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Jaroslaw Kaczynski die PO herausfordert. Umfragen zufolge liegt die PO dabei nur knapp in Führung.

Duda als Konkurrent

Für die PiS tritt bei der Präsidentschaftswahl der 42-jährige Jurist Andrzej Duda an, dem nach Komorowski die meisten Stimmen vorausgesagt werden. Auf dem dritten Platz sehen die Meinungsforscher den 51-jährigen Rockstar Pawel Kukiz. Er kann vor allem mit den Stimmen junger und frustrierter Wähler rechnen. Mehr als elf Prozent sind für ihn den Umfragen zufolge aber vermutlich nicht drin.

Aufgerufen zur Präsidentenwahl in Polen sind rund 30 Millionen Stimmberechtigte. Die Wahllokale öffnen um 7 Uhr MESZ und schließen um 21 Uhr. Erste Prognosen werden direkt im Anschluss erwartet.

haz/nin (afp, dpa)