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Politik

Amoklauf an US-Universität fordert 33 Menschenleben

Beim bislang schlimmsten Amoklauf in den USA hat ein Todesschütze 32 Menschen getötet und sich danach selbst gerichtet. Das Massaker geschah an der US-Ostküste. Über die Motive des Täters herrscht noch Unklarheit.

Polizisten bergen Verletzten, Quelle: AP

Trauer und Entsetzen nach dem Amoklauf

"Das ist eine Tragödie von monumentalen Ausmaßen", erklärte der sichtlich schockierte Rektor der Technischen Universität Virginia, Charles Steger. Der Polizei zufolge handelte es sich vermutlich um einen Einzeltäter. Dieser hatte mit seiner Tat blankes Entsetzen und Panik ausgelöst. Augenzeugen berichteten, mehrere Studierende hätten sich mit einem Sprung aus dem Fenster zu retten versucht und dabei Verletzungen erlitten.

Sekulationen über Identität und Motiv des Täters

USA 33 Tote bei Schießerei auf US-Campus Virginia

Polizisten nach dem Amoklauf

Die Polizei benötigte Stunden, um die Identität des Täters festzustellen. Nach Berichten von Augenzeugen hatte sich der Amokläufer mit einem Kopfschuss schwer entstellt. Seine Identität solle vorerst nicht bekannt gegeben werden.

Eine Augenzeugin sagte, es handele sich um einen jungen Mann asiatischer Abstammung. Der Amoklauf begann einem Mitstudenten zufolge nach einem Streit des Täters mit seiner Freundin. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Amokläufer ein Student aus China sein. Er habe im Studentenwohnheim mit seiner Freundin gestritten und diese plötzlich niedergeschossen, berichtete am Dienstag (17.4.) der taiwanesische Student Chen Chia-hao in einem Telefoninterview des taiwanesischen Kabelfernsehkanals CTI aus den USA.

Mangelhaftes Krisenmanagement

USA 33 Tote bei Schießerei auf US-Campus Virginia

Kritik am Krisenmanagement

Studierende warfen der Hochschulleitung noch am Montag (16.4.) Fehler beim Krisenmanagement vor. Der Amokläufer hatte im Abstand von zwei Stunden zugeschlagen: Zunächst schoss er in einem Studentenwohnheim um sich, später am Institut für Ingenieurwissenschaften, das mehrere hundert Meter entfernt liegt. Nach den ersten Schüssen hatte die Universitätsleitung die Studenten per Lautsprecher aufgefordert, im Gebäude zu bleiben, die Räume zu verriegeln und sich nicht an den Fenstern zu zeigen.

"Das wurde immer und immer wieder durchgesagt", erinnerte sich Virginia-Tech-Student Justin Merrifield später. In einer ersten E-Mail zu der Schießerei sei allerdings keine Rede davon gewesen, dass die Hochschule geschlossen werden solle. "Sie haben nur erwähnt, dass sie wegen einer Schießerei ermitteln. Das ist doch einfach lächerlich. In der Zwischenzeit wurden um die 30 Menschen getötet", ereiferte sich Merrifield.

Opfer in der Falle

Der Leiter der Campus-Polizei rechtfertigte das Vorgehen

damit, dass man die erste Schießerei für einen "Einzelvorfall" gehalten und eine Schließung des Campus deshalb nicht für nötig erachtet habe. Aus Behördenkreisen verlautete, der Täter habe offenbar die wissenschaftliche Fakultät, auf die er es abgesehen hatte, mit einer Kette verriegelt. Somit hätten seine Opfer in der Falle gesessen.

Studenten sagten dem Sender CNN, in den vergangenen Wochen habe es mehrmals Bombendrohungen an der Hochschule gegeben, an der rund 26.000 Studenten eingeschrieben sind. Zwei dieser Drohungen hätten sich konkret gegen die Fakultät gerichtet, an der der Schütze am Montag um sich feuerte.

Erinnerungen an Columbine

Der Amoklauf ist in der Geschichte der USA ohne Beispiel: Bei dem bislang schwersten Schulmassaker in der US-Geschichte hatten im April 1999 zwei Jugendliche an der Columbine-High-School 13 Menschen erschossen und sich anschließend selbst das Leben genommen. Auch an vielen weiteren US-Schulen kam es in den vergangenen Jahren trotz meistens rigoroser Sicherheitsmassnahmen zu Massakern mit Schuss- oder Stichwaffen.

Bush verteidigt Waffenrecht

US-Präsident George W. Bush war über den Vorfall entsetzt. In einer Fernseh-Ansprache erklärte er am Montagabend, die Gewalttat habe die Nation "erschüttert und in Trauer versetzt". Bushs Sprecherin Dana Perino ergänzte: "Der Präsident glaubt, dass Menschen ein Recht haben, Waffen zu tragen, aber dass alle Gesetze befolgt werden müssen."

John McCain, der sich um die republikanische Präsidentschatskandidatur bewirbt, erklärte, der Vorfall müsse genau untersucht werden. Er ändere aber nicht seine Einstellung zum privaten Waffenbesitz. "Wir müssen aber sicherstellen, dass diese Art von Waffen nicht in die Hände böser Menschen fällt", erklärte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Angaben eines Regierungssprechers bestürzt über die Ereignisse. Sie übermittelte Bush und dem amerikanischen Volk ihr Beileid. (ps)

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