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Kultur

Amokläufer richtet an US-Uni Blutbad an

Ein Amokläufer hat in einer Universität im US-Bundesstaat Illinois ein Blutbad angerichtet. Es war die fünfte Schießerei an einer US-Bildungseinrichtung binnen einer Woche.

(AP Photo/Daily-Chronicle.com, Eric Sumberg) MANDATORY CREDIT Chronicle photo by Eric Sumberg Daily-Chronicle.com

Eines der Opfer wird notversorgt

(AP Photo/Heather Eidson - The Beacon News) *** CHICAGO LOCALS OUT *** CHICAGO/CHICAGOLAND OUT

Fassungslose Studenten der Uni

Der mit zwei Pistolen und einem Gewehr bewaffnete ehemalige Soziologie-Student feuerte am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) auf die Zuhörer einer Geologie-Vorlesung und tötete fünf Menschen, bevor er eine der Waffen gegen sich selbst richtete, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. 16 weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Das Motiv des Täters war zunächst unklar.

Der Vorfall ereignete sich an der Northern Illinois University in DeKalb rund hundert Kilometer westlich von Chicago.

Kugelhagel

Der junge Mann sei ganz in schwarz gekleidet gewesen und wenige Minuten vor dem Ende der Vorlesung wortlos hinter einem Vorhang hervorgetreten, teilten Behördenvertreter und Augenzeugen mit. Vom Podium aus feuerte er einen Kugelhagel auf die Studenten ab, unter denen Panik ausbrach.

"Er hat auf die Menge gezielt. Ich glaube nicht, dass er eine bestimmte Person im Visier hatte", sagte eine Augenzeugin namens Sheila dem Radiosender WBBM. "Ich habe viel Blut gesehen. Meine Kleidung ist voller Blut."

Polizei nach zwei Minuten vor Ort

Die Schießerei sei nach wenigen Sekunden vorbei gewesen, sagte der Leiter der Campus-Polizei, Donald Grady, auf einer Pressekonferenz. Zwei Minuten nach dem Hilferuf sei die Polizei im Hörsaal gewesen, sie habe aber keinen einzigen Schuss abgefeuert, da der Amokläufer bereits tot am Boden gelegen habe. Der Campus wurde bis auf weiteres abgesperrt, der Unterricht abgesagt.

Vier Menschen seien am Tatort gestorben, unter ihnen der Schütze, sagte Universitätspräsident John Peters vor Journalisten. Zwei weitere Verletzte seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Unter den Toten seien vier Frauen, unter den 16 Verletzten auch der Geologie-Dozent. Nach Angaben des Krankenhauses von Kishwaukee hatten alle Opfer Schussverletzungen, einige von ihnen an Kopf oder Brust.

(AP Photo/Daily-Chronicle.com, Eric Sumberg) MANDATORY CREDIT Chronicle photo by Eric Sumberg Daily-Chronicle.com

Das Uni-Gelände wurde abgesperrt

Großes Durcheinander

Ein Student namens John sagte einem Radiosender: "Er zielte in die Mitte der Klasse ... und dann hat er sich dem Lehrer zugewandt." Die 22-jährige Studentin Dominique Broxton schilderte der Zeitung "Chicago Tribune", vom Fenster ihres Studentenzimmers aus habe sie zwei blutende Verletzte gesehen, die von Rettungssanitätern weggetragen worden seien. Überall seien Polizisten und Fahrzeuge zu sehen gewesen. Im Wohnheim sei über Lautsprecher mitgeteilt worden, dass jemand gefasst worden sei. Die Studenten seien aufgefordert worden, in ihren Zimmern zu bleiben.

An der 1895 gegründeten Northern Illinois University sind mehr als 25.000 Studenten eingeschrieben, unter ihnen 900 Ausländer. 1.280 Dozenten sind dort angestellt. In DeKalb befindet sich der Hauptcampus der Universität.

Weitere Opfer bei anderen Angriffen

In der vergangenen Woche hatte es Schießereien an vier Schulen gegeben. Bei den Vorfällen in Kalifornien, Tennessee, Louisiana und Ohio starben fünf Menschen.

Im April 2007 hatte ein Student an der Virginia Tech University 32 Studenten und Universitätsmitarbeiter erschossen.

In den USA ist das Recht auf Waffenbesitz in der Verfassung verankert. (mas)

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