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Aktuell Welt

Amnesty wirft Assad schwerste Verbrechen vor

Tötungen, Folter und zerstörte Häuser: Amnesty International hat neue Belege für die dramatische Eskalation der Gewalt in Syrien vorgelegt. Verantwortlich seien Regierungstruppen und regimetreue Milizen.

Die Armee von Syriens Präsident Baschar al-Assad und für das Regime kämpfende Paramilitärs begingen bei der Bekämpfung von Regierungsgegnern schwere Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, heißt es in einem neuen Bericht der Menschenrechtsorganisation zur Lage in dem arabischen Land. Soldaten und Kämpfer der Shabiha-Milizen verübten systematisch Gewalttaten gegen Zivilisten.

AI-Vertreterin Donatella Rovera erklärte bei der Vorstellung des Reports in London, Amnesty-Mitarbeiter hätten von Mitte April bis Mitte Mai 23 Städte und Dörfer im Nordwesten Syriens besucht und dabei die Aussagen von mehr als 200 Einwohnern dokumentiert. Die Menschen hätten von Tötungen und Folter sowie der gezielten Zerstörung der Existenzgrundlage von Dorfbewohnern berichtet: Vieh werde abgeschlachtet und die Ernte verbrannt.

Auch Kinder werden nicht verschont

Menschen, die der Unterstützung der Rebellen verdächtig seien, würden aus ihren Häusern geholt und erschossen, heißt es in dem 70-seitigen Bericht weiter. Darunter seien immer wieder auch Kinder. Selbst Alte und Kranke würden gefoltert. Armee und Milizen würden wahllos in Wohngebiete schießen und unbeteiligte Passanten töten.

Video ansehen 01:53

Syrien: UNO beklagt Gewalt gegen Kinder

"Die Häufigkeit und Brutalität der Regierungs-Repressalien gegen Städte und Dörfer, die die Rebellen unterstützen, hat zugenommen", stellt AI fest. "Offensichtlich sollen die Einwohner bestraft und gefügig gemacht werden." Ausmaß und Art und Weise der Angriffe deuteten auf ein geplantes Vorgehen hin. Nach eigenen Angaben hat die Hilfsorganisation in Syrien die Namen von mehr als 10.000 Menschen erhalten, die seit Beginn des Aufstands gegen Assad getötet worden seien.

Appell  an UN-Sicherheitsrat

Rovera forderte den Weltsicherheitsrat auf, entschlossen in Syrien einzugreifen. Das höchste UN-Gremium habe mehr als ein Jahr lang gezögert, während sich in Syrien eine Menschenrechtskrise entwickelt habe. Jetzt müsse der Rat handeln, "um die Gewalt zu stoppen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", sagte die AI-Vertreterin. Die Vetomächte Russland und China blockieren im Sicherheitsrat bislang ein entschiedenes Vorgehen gegen das Regime in Syrien.

wl/fab (dpa, afp, dapd, rtr)

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