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Tschad

Amnesty: Tschad bringt politische Gegner zum Schweigen

In dem zentralafrikanischen Binnenstaat wird zunehmend rigoros gegen Menschenrechtler, Journalisten und Gewerkschafter vorgegangen. Doch der Tschad hat auch in der Füchtlingskrise eine entscheidende Rolle.

Tschad Flüchtlingsunterkunft bei N'Djamena (picture-alliance/Anadolu Agency/O. Cicek)

Eine Flüchtlingsunterkunft bei N'Djamena

Im Tschad werden repressive Gesetze und der Geheimdienst zunehmend dazu genutzt, um kritische Journalisten, Aktivisten und Bürgerbewegungen zum Schweigen zu bringen, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet. So habe etwa Eric Kokinague, Chef der Tageszeitung "Tribune Info", vor einigen Monaten zahlreiche Drohanrufe bekommen, weil er in verschiedenen Artikeln Präsident Idriss Deby kritisierte. Im Mai sei Maoundoe Decladore, Sprecher der Aktivisten-Plattform "Es muss sich ändern" (Ca doit changer), festgenommen worden.

Demonstranten werden niedergeknüppelt 

Insgesamt 65 Organisationen hatten laut Amnesty zwischen 2014 und 2016 überhaupt keine Erlaubnis für eine Demonstration bekommen. In anderen Fällen, in denen eine Kundgebung genehmigt wurde, seien Sicherheitskräfte äußerst brutal gegen Demonstranten vorgegangen. Auch wurden demnach Aktivisten und Journalisten eingeschüchtert oder inhaftiert.  

Tschad Präsident Idriss Deby (Getty Images/AFP/L. Marin)

Er regiert mit harter Hand: Präsident Idriss Deby

Der Tschad gilt trotz seines Ölreichtums als eines der ärmsten Länder der Welt. Die Republik leidet unter einer Wirtschaftskrise, 2014 war der Ölpreis gefallen. Vor einem Jahr setzte die Deby-Regierung etliche Sparmaßnahmen durch. Die Einkommen der Beamten wurden halbiert, Stipendien für Studenten gestrichen.

Transitland für Flüchtlinge 

Für Europa ist das Land wegen der Flüchtlingskrise von Bedeutung. Im Norden grenzt der Tschad an Libyen, im Osten an den Sudan. Damit ist der Tschad ein wichtiges Transitland auf dem Weg zur libyschen Küste. Von dort aus wagen immer wieder zehntausende afrikanische Migranten die gefährliche Überfahrt auf dem Mittelmeer Richtung Europa.

Deutschland kündigte an, den Tschad und weitere Länder der Sahelzone im Kampf gegen den Terror zu unterstützen. In der bitterarmen Region sind islamistische Terrormilizen aktiv.

se/jj (kna, dpa)

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