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Aktuell Asien

Amnesty prangert Folterung von Gefangenen in Vietnam an

In den Gefängnissen von Vietnam herrschen laut Amnesty schockierende Zustände. Besonders politische Gefangene werden systematisch gequält, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Gestützt auf die Aussagen von 18 ehemaligen Gefangenen berichtet Amnesty International, die Opfer würden an geheimen Orten inhaftiert, körperlich misshandelt und medizinisch nicht versorgt. Sie würden "physisch und psychisch isoliert", um sie "brechen" zu können.

Ein "besonders intensiver Druck" wird auf die Gefangenen demnach kurz vor ihrem Prozess ausgeübt, um ihnen Geständnisse abzupressen. Betroffen seien Gefangene, die wegen ihrer politischen oder religiösen Überzeugung oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit inhaftiert wurden.

Geheime Haftzentren

Folter und andere Misshandlungen politischer Häftlinge seien in den zumeist abgeschotteten Haftzentren des südostasiatischen Landes an der Tagesordnung, stellt die Menschenrechtsorganisation fest. Ihre Recherchen dauerten ein Jahr.

Unter anderem stützt sich der Bericht auf mehr als 150 Stunden Einzelinterviews mit den ehemaligen Gefangenen, die zwischen einem Monat und zehn Jahren in Haft waren. Zudem hatte Amnesty im Juni Zutritt zu einem Frauengefängnis in der Provinz Bac Giang.

UN-Konvention gegen Folter unterzeichnet

Mehrere der Interviewten schilderten, sie seien in dunklen Zellen eingesperrt gewesen, ohne frische Luft oder Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Sie seien systematisch mit Stöcken und Gummischläuchen geschlagen, mit Fäusten und Fußtritten malträtiert oder mit Elektroschocks gequält worden.

Vietnam hat im November 2013 die UN-Konvention gegen die Folter unterzeichnet und sie im Februar 2015 ratifiziert. "Doch das allein reicht nicht", kritisiert Rafendi Djamin, Amnesty-Chef für Südostasien und den Pazifik.

uh/mak (afp, epd)

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