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Aktuell Afrika

Amnesty-Menschenrechtspreis für den Einsatz für die Rechte Homosexueller

Homosexualität ist in vielen Ländern Afrikas strafbar. Umso wichtiger sind Menschen, die sich für deren Rechte einsetzen. Die Kamerunerin Alice Nkom erhielt dafür jetzt den Menschenrechtspreis von Amnesty International.

Die 69-Jährige nahm den Preis bei einer Feier im Berliner Maxim-Gorki-Theater entgegen. Die deutsche Sektion der Menschenrechtsorganisation würdigt mit der Auszeichnung den Einsatz der Anwältin für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI), die in Kamerun strafrechtlich verfolgt werden.

"Alice Nkom engagiert sich mit Kraft, Klugheit und Sinn für Humor für Menschen, die anders lieben und leben wollen", sagte Selmin Caliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Nkom sagte in ihrer Dankesrede, der Preis erfülle sie mit Freude, Stolz und Hoffnung. "Ich teile ihn nicht nur mit den Menschen in Kamerun, für die ich mich einsetze, sondern mit all jenen weltweit, die die Menschenrechte verteidigen."

Einsatz unter Todesdrohungen

Der internationale Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, nannte Nkom ein Vorbild für Menschrechtsverteidiger weltweit. "Wir brauchen Frauen und Männer wie sie, die sich mutig und unerschrocken vor Ort für die Rechte ihrer Mitmenschen einsetzen, Verbrechen aufdecken und dafür kämpfen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden."

Alice Nkom gründete 2003 ADEFHO, die erste Nichtregierungsorganisation Kameruns, die sich für den Schutz und die Rechte von LGBTI einsetzt. ADEFHO bietet medizinische Behandlung, psychologische Beratung, sexuelle Aufklärung, Mediation, Sicherheitstrainings und Rechtsberatung an. Seit 2006 verteidigt sie Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität vor Gericht stehen. Deswegen erhält die Rechtsanwältin immer wieder Todesdrohungen.

"Schlimmer als in Russland"

Am Nachmittag war Nkom von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit im Roten Rathaus empfangen worden. Sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender einzusetzen, sei in vielen Staaten Afrikas lebensgefährlich, sagte Wowereit. "Die Verhältnisse dort sind noch weit schlimmer als beispielsweise in Russland", fügte der SPD-Politiker hinzu. Umso höher sei das Engagement von Alice Nkom zu schätzen. In insgesamt 36 Ländern Afrikas südlich der Sahara gelten laut Amnesty homosexuelle Handlungen als Straftat.

Symbolbild Homosexualität Afrika (Foto: Getty Images)

Küssen unter Lebensgefahr - Homosexuelle in Afrika

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Sektion von Amnesty International Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Der Preis, der in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wird, ist mit 10.000 Euro dotiert.

gmf/uh ( afp, epd, kna)