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Politik

Amnesty legt neuen Bericht zu Gefangenenflügen der CIA vor

Gegen den US-Geheimdienst CIA hat Amnesty International neue Vorwürfe wegen Menschenrechtsverletzungen erhoben. Tarnfirmen sollen für die USA Menschen transportiert haben – vor allem in Europa.

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Eine Boeing 737 hebt in Palma de Mallorca ab

Wie der britische Fernsehsender BBC in der Nacht zum Mittwoch (5.4.2006) unter Berufung auf eine neue Dokumentation der Organisation berichtete, benutzten die USA Tarnfirmen, um Menschen in Länder zu bringen, in denen ihnen Folter und Misshandlung drohten. Der Bericht soll am Mittwoch veröffentlicht werden.

Angeblich 1000 CIA-Flüge in Europa

Amnesty erklärt, der Menschrechtsorganisation lägen Berichte von fast 1000 CIA-Flügen vor, die vor allem den europäischen Luftraum benutzten. Diese Flüge seien offenkundig von Tarnfirmen, die von der CIA betrieben würden, gemacht worden. Zudem gebe es etwa 600 andere Flüge, für die Maschinen zumindest zeitweise von der CIA genutzt worden seien.

Die Menschrechtsorganisation zitiert außerdem den Fall von drei Jemeniten, die angeblich von den USA entführt und während ihrer Haft misshandelt worden sein sollen. Die drei Männer erklärten nach dem Amnesty-Bericht, dass sie in mindestens vier geheimen US-Gefängnissen zwischen Oktober 2003 und Mai 2005 festgehalten worden seien. Schließlich wurden sie dem Bericht zufolge den Behörden im Jemen übergeben, wo sie wegen der Fälschung von Reisedokumenten angeklagt wurden.

Unter Terrorverdacht festgenommen?

Die Aussagen von Muhammad Bashmilah, Muhammad al Assad und Salah Nasser Salim Ali, genannt Salah Karu, deuteten nach Auffassung der Menschenrechtsorganisation darauf hin, dass sie in Osteuropa oder in Mittelasien festgehalten wurden. Die drei Männer wurden demnach 2003 in Jordanien, Indonesien und Tansania unter Terrorverdacht festgenommen.

Vorteile von Privatflugzeugen

In ihren Aussagen beschreiben sie, dass sie an Bord von Flugzeugen über mehrere Zeit- und Klimazonen hinweg an einen unbekannten Ort gebracht worden seien. Die CIA habe bei den geheimen Gefangenenflügen den Umstand ausgenutzt, dass Privatflugzeuge auf ausländischen Flughäfen landen könnten, ohne die örtlichen Behörden zu informieren, heißt es in dem Bericht. (kap)

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