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Sport-News

Amnesty: FIFA muss Druck auf Katar erhöhen

Die Bedingungen für die Arbeitsmigranten im Land des WM-Gastgebers 2022 sind laut Amnesty International weiterhin menschenunwürdig. Die Menschenrechtsorganisation nimmt den Fußballweltverband in die Pflicht.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den Fußballweltverband FIFA erneut aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar verbessern. "Die FIFA muss sofort den Druck auf die katarische Regierung erhöhen", sagte die Katar-Expertin der Organisation in Deutschland, Regina Spöttl. "Seit der Vergabe der Fußball-WM an Katar im Jahr 2010 hat die FIFA nicht genug gegen die menschenunwürdigen Bedingungen auf den WM-Baustellen getan. Wenn die FIFA jetzt nicht handelt, ist sie mitverantwortlich dafür, dass die Fußball-WM 2022 auf dem Rücken Zehntausender ausgebeuteter Arbeitsmigranten ausgetragen wird."

Die FIFA versprach, die Kritik von Amnesty ernst zu nehmen. "Natürlich gibt es noch viele Probleme", sagte Federico Addiechi, der Leiter der zuständigen FIFA-Abteilung für Nachhaltigkeit. "Aber sind auf dem richtigen Weg und entschlossen, die Lage weiter zu verbessern und noch stärker zum Schutz der Arbeitnehmerrechte bei den WM-Stadionprojekten beizutragen." Die FIFA stehe in ständigem Kontakt zu den verantwortlichen Behörden in Katar.

"Man kann von Zwangsarbeit sprechen"

Für den neuen Bericht zur Lage in Katar hatte Amnesty mehr als 200 Gastarbeiter zu ihren Arbeitsbedingungen auf der Baustelle des Khalifa-Stadions und des Sport- und Leistungszentrums in Doha befragt. Die Arbeitsmigranten seien einer Reihe von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, teilte Amnesty vorab mit.

"Man kann in einigen Fällen auch von Zwangsarbeit sprechen." Den Wanderarbeitern würden bei der Ankunft in dem Golfstaat die Pässe abgenommen, um zu verhindern, dass sie das Land vor Ablauf des Arbeitsvertrags verlassen.

Zahl wird sich drastisch erhöhen

Amnesty prangert an, dass viele Bauarbeiter ihre Löhne erst nach monatelangen Verspätungen bekämen, häufig weniger Geld als vereinbart. Die Organisation rechnet damit, dass sich die Zahl der Arbeitsmigranten auf den WM-Baustellen in den nächsten zwei Jahren auf rund 36.000 Menschen verzehnfachen wird. 90 Prozent der Arbeiter kommen laut Amnesty aus südasiatischen Ländern wie Bangladesch, Indien und Nepal. Katar hatte zuletzt angekündigt, bis Ende 2015 international angemahnte Arbeitsreformen umzusetzen, um die Bedingungen für Wanderarbeiter zu verbessern. Wie Amnesty haben auch andere Menschenrechtsorganisationen wiederholt die Zustände auf Katars WM-Baustellen kritisiert.

sn/asz (dpa, sid, Amnesty)