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Aktuell Nahost

Amnesty deckt Foltersystem im Irak auf

Zehn Jahre nach dem Sturz von Saddam Hussein werden im Irak die Menschenrechte noch immer missachtet: Amnesty International hat zahlreiche Fälle zusammengetragen.

Laut Amnesty International missachtet die irakische Regierung im Kampf gegen terroristische Gruppen die Rechte von Gefangenen. Fragwürdige Gerichtsverfahren, Angriffe auf Zivilisten und Folter in Gefängnissen seien auch zehn Jahre nach dem Ende der Diktatur von Saddam Hussein im Irak an der Tagesordnung, kritisiert die Menschenrechtsorganisation in einem Bericht mit dem Titel "Ein Jahrzehnt der Menschenrechtsverletzungen".

"Weder die irakische Regierung, noch die ehemaligen Besatzungsmächte halten sich an grundlegende Menschenrechtsstandards, und die Menschen im Irak zahlen den Preis dafür", sagte der Irak-Experte von Amnesty, Carsten Jürgensen. Vor allem Folter ist laut Amnesty in Gefängnissen weit verbreitet. Gefoltert werde unter anderem mit Elektroschocks an den Genitalien sowie durch den Entzug von Nahrung, Wasser und Schlaf. Gefangene würden mit Vergewaltigung oder Vergewaltigung weiblicher Verwandter bedroht.

Praktizierte Todesstrafe

Außerdem gebe es unfaire Gerichtsverfahren, bei denen die Geständnisse durch Folter erpresst werden. Gerichte verhängten dabei sogar Todesurteile. Der Irak sei mit 129 Hinrichtungen im Jahr 2012 eines der Länder, in denen die Todesstrafe am häufigsten vollstreckt werde, sagte Jürgensen.

Langzeit-Diktator Saddam Hussein war 2003 durch einen Einmarsch der US-Armee gestürzt worden. Heute hätten die Iraker zwar mehr Freiheiten, so Amnesty. Aber auch die neue Regierung sowie britische und US-Soldaten als Besatzungsmächte hätten die Menschenrechte verletzt. "Alle drei Länder haben dabei versagt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", kritisiert Jürgensen.

det/as (afp, dpa, kna)

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