Amnesty beklagt Frauenhass in Sozialen Medien | Aktuell Welt | DW | 20.11.2017
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Internet

Amnesty beklagt Frauenhass in Sozialen Medien

Anfeindungen, Beleidigungen, Drohungen - für Frauen sind soziale Netzwerke oft zu einer Quelle von Unwohlsein oder sogar Angst und Panik geworden. Das geht aus einer für Amnesty International erstellten Umfrage hervor.

Das Internet sei vielfach ein "beängstigender" Ort für Frauen, kritisiert die Menschenrechtsorganisation. Laut der im Auftrag von Amnesty erfolgten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos-Mori sind knapp ein Viertel der befragten Frauen mindestens einmal zum Opfer von Anfeindungen in sozialen Netzwerken geworden. In knapp der Hälfte der Fälle waren die Hassbotschaften frauenfeindlichen oder sexistischen Inhalts.

Die Folgen des Cyber-Mobbings sind demnach teils drastisch: Mehr als die Hälfte der Betroffenen gab bei der Befragung an, als Folge der Anfeindungen Stress, Angst oder Panik-Attacken erlebt zu haben. In knapp 60 Prozent aller Fälle litten die Frauen wegen den Online-Anfeindungen unter Schlafstörungen. Mehr als 40 Prozent der Frauen fühlte sich auch körperlich bedroht.

Amnesty sieht Plattformbetreiber in der Pflicht

Plattformbetreiber Sozialer Medien müssten sich des Problems ernsthaft annehmen, forderte Azmina Dhrodia, die bei Amnesty  für den Bereich Technologie und Menschenrechte zuständig ist. "Sie müssen dafür sorgen, dass Frauen frei und ohne Angst Soziale Netzwerke nutzen können." Zudem seien Regierungen in der Pflicht, geeignete Gesetze zum Schutz von Frauen im Internet sicherzustellen. "Die besondere Gefahr von Online-Beschimpfungen ist, wie schnell sie sich ausbreiten - ein beleidigender Tweet kann sich innerhalb von Minuten in ein Bombardement gezielten Hasses ausweiten", sagte Dhrodia.

Befragt wurden vom Institut Ipsos-Mori insgesamt 4000 Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren in acht Ländern. Bei der Online-Befragung beteiligten sich jeweils 500 Frauen aus Dänemark, Italien, Neuseeland, Polen, Spanien, Schweden, Großbritannien und den USA.

qu/wa (dpa, epd, rtr)

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