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Wirtschaft

Amerikanische IT-Branche spürt den Aufwind

Kräftige Gewinnsprünge bei Intel und IBM zeigen, wie gut es der IT-Branche im Jahr 2007 geht. Selbst dem einst gebeutelten Internet-Portal Yahoo gelang mit dem Quartalsbericht eine Überraschung.

Intel logo (AP Photo/Eric Risberg)

Am Firmensitz von Intel in Santa Clara (Kal.) laufen die Geschäfte glänzend

Die boomende Weltkonjunktur beflügelt die amerikanische IT-Branche. IBM und der weltgrößte Chiphersteller Intel glänzten mit teils kräftigen Gewinnsprüngen im dritten Quartal, die über den Erwartungen von Analysten lagen. Selbst das Internetunternehmen Yahoo überraschte trotz eines weiteren Gewinnrückgangs positiv.

Der Yahoo-Gewinn ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar um 5 Prozent auf 151,3 Millionen Dollar (106,93 Millionen Euro) zurück. Mit einem Gewinn je Aktie von 11 US-Cent schnitt Yahoo aber deutlich besser ab als von Analysten erwartet, die mit lediglich 8 Cent gerechnet hatten. Auch beim Umsatz übertraf das Unternehmen mit 1,77 Milliarden Dollar die Prognosen. Angeführt von Firmengründer Jerry Yang (38), der erst im Juni den Spitzenjob vom langjährigen Konzernchef Terry Semel übernommen hatte, profitierte Yahoo von höheren Online- Werbeeinnahmen, Akquisitionen und einer neuen Werbe-Software. Yahoo kann allerdings ebenso wie Microsoft im lukrativen Suchanzeigen-Geschäft nach wie vor nicht zu dem dominierenden Branchenführer Google aufschließen.

Neugewichtung der Geschäftsschwerpunkte wirkt

Dem IT-Riesen IBM bescherte ein starkes Service- und Softwaregeschäft einen Gewinnsprung von sechs Prozent im dritten Quartal. Von Juli bis September verdiente das High-Tech-Unternehmen 2,36 Milliarden Dollar (1,67 Milliarden Euro) oder 1,68 Dollar pro Aktie. Der Umsatz verbesserte sich um 7 Prozent auf 24,1 Milliarden Dollar (17,03 Milliarden Euro). Analysten hatten mit einem Gewinn je Aktie von 1,67 Dollar und einem Umsatz von unter 24,1 Milliarden Dollar gerechnet. Im Servicegeschäft stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Es war der stärkste Zuwachs seit vier Jahren. Der Software-Umsatz verbesserte sich um 7 Prozent. Der Hardware-Bereich verzeichnete dagegen einen Rückgang um 10 Prozent.

IBM-Konzernchef Samuel J. Palmisano hatte sich von Hardware-Sparten wie Personal Computer und Drucker getrennt. Er hatte dafür in großem Stil Software-Firmen zugekauft, da dies ein lukrativeres Geschäft ist. Außerdem baute er das Dienstleistungsgeschäft zur mit Abstand größten IBM-Sparte aus.

Rekord für Intel

Einen satten Gewinnsprung von 43 Prozent berichtete Intel für das dritte Quartal. Das Unternehmen profitierte vor allem von der boomenden Nachfrage nach Mikroprozessoren. Zugleich machte sich der mit dem Abbau von 10.500 Jobs verbundene Sparkurs bemerkbar. Intel lag mit einem Rekord-Quartalsgewinn von 1,86 Milliarden Dollar (1,31 Milliarden Euro) oder 31 US-Cent je Aktie über den Prognosen der Wall Street. Analysten hatten mit 30 Cent je Anteilsschein gerechnet. Der Umsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 10,09 Milliarden Dollar. Auch hier schnitt Intel besser als die erwarteten 9,62 Milliarden Dollar ab.

Der Konzern schlüsselt seine Geschäftszahlen nicht nach einzelnen Ländern auf, dennoch hob Intel-Deutschland-Chef Hannes Schwaderer die Bedeutung des hiesigen Marktes - weltweit der viertgrößte - hervor. "Die deutschen Kunden sind technikinteressiert und kaufen immer das Neueste", sagte er der dpa. Deutschland sei daher ein "hochpreisiger Markt". Als Umsatzstütze erwies sich einmal mehr der Verkauf von Notebook-Prozessoren. Auch der Servermarkt habe sich gut entwickelt. Die Aussichten für das laufende Vierteljahr seien vielversprechend. "Wenn wir unsere Umsatzprognose einhalten, wird es das erfolgreichste Quartal der Unternehmensgeschichte", betonte Schwaderer. Der Konzern geht davon aus, zwischen 10,5 und 11,1 Milliarden Dollar zu erlösen und die Bruttomarge auf 57 Prozent zu steigern.

Mit Spannung werden nun die Quartalszahlen großer deutscher IT-Unternehmen erwartet. SAP veröffentlicht am Donnerstag seine Zwischenbilanz und Infineon am 14. November. (mas)

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