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Politik

"Amerika muss sich stärker für den Frieden engagieren"

Trotz der jüngsten Gewaltwelle im Nahen Osten glaubt der EU-Ratsvorsitzende, Luxemburgs Außenminister Asselborn, weiter an die Chancen für den Friedensprozess. Vor seiner Reise in die Region sprach er mit DW-WORLD.DE

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EU-Ratsvorsitzender Jean Asselborn

"Das geht alles nur, wenn auch Amerika sich viel mehr engagiert als in den letzten Monaten oder letzten Jahren im Friedensprozess im Nahen Osten. Dieses müssen wir ganz klar den Amerikanern zu verstehen geben", sagte Jean Asselborn im Interview mit DW-WORLD.DE vor seiner Reise in die Region, bei der er mit dem neuen Palästinenserpräsident Abbas und dem israelischen Premierminister Scharon sprechen wird. Die Europäer müssten den Amerikanern sagen, "dass wenn sie Terror auf der Welt bekämpfen wollen, der Eckstein dieser Bekämpfung eine neue Beziehung zwischen Israel und Palästina sein muss."

"Schlimmer Rückschlag"

Die jüngsten Anschläge palästinensischer Extremisten und die anschließende Militäraktion Israels bezeichnete der EU-Ratsvorsitzende Asselborn als "schlimmen Rückschlag" und ergänzte: "Ich werde am Mittwoch in der Region sein und hoffe wirklich, dass dieses Aufbäumen der Gewalt nur eine Flamme war, die schnell gelöscht werden kann." Man müsse dem neuen Palästinenserpräsident Abbas eine Chance geben, forderte Asselborn. Auf die Frage, ob Abbas die Extremisten unter Kontrolle bringen könne und wolle, sagte Asselborn, Hamas und Islamischer Dschihad hätten Abbas' Angebot über eine Waffenstillstand abgelehnt: "Aber trotzdem, allein die Tatsache, dass er diesen Schritt unternommen hat, zeigt doch, dass er auf einer guten Schiene ist." Zudem habe Abbas Gewalt immer abgelehnt und sehe Macht nicht als Selbstzweck: "Ich lege viel Hoffnung in ihn."

"Scharon will Geschichte schreiben"

Auch dem israelischen Premierminister Scharon bescheinigte der amtierende EU-Ratsvorsitzende den Willen zum Frieden. "Scharon will ja auch Geschichte schreiben und hat mit dem Abzug aus Gaza schon einen Ansatz von sehr gutem Willen gezeigt. Den Abzug aus Gaza will er fertig stellen und ich bin auch davon überzeugt, dass wenn er sieht, dass beide Seiten an einem Strang ziehen, er Schritte weitergehen will."

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