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Wirtschaft

Amazon schwächelt

Der weltgrößte Online-Händler steckt mit seinen hohen Ausgaben tief in den roten Zahlen und scheut eine konkrete Prognose für das Weihnachtsgeschäft. Prompt verlor die Aktie mehr als zehn Prozent.

Im vergangenen Quartal lief ein Verlust von 437 Millionen Dollar auf. Für das laufende Vierteljahr mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Amazon keine klare Prognose abgeben. Die Vorhersage beim operativen Ergebnis liegt zwischen einem Minus von 570 Millionen Dollar und einem Gewinn von 430 Millionen Dollar. Die Investoren straften die Aktie im nachbörslichen Handel am Donnerstag mit einem Kurseinbruch von mehr als zehn Prozent ab.

Der Verlust im dritten Quartal fiel deutlich höher aus als am Markt erwartet. Dazu trug auch eine Abschreibung von 170 Millionen Dollar auf das erst im Sommer herausgekommene erste Amazon-Handy Fire Phone bei. Das groß angekündigte Smartphone wurde bisher nicht zum Verkaufsschlager und bekam auch schlechte Kritiken in der Fachpresse.

Amazon senkte nach wenigen Wochen auf dem Markt den Preis, was auch zu der Abschreibung beitrug. Im Vorjahresquartal war der Verlust mit 41 Millionen Dollar drastisch niedriger gewesen.

Kosten schießen in die Höhe

Die Anleger sind von Amazon zwar rote Zahlen oder nur dünne Gewinn gewöhnt - der Online-Händler investiert aggressiv, um seine Marktposition zu verteidigen und auszubauen. Damit tanzt Amazon jedoch auf immer mehr Hochzeiten, und die Kosten schießen entsprechend in die Höhe. Im vergangenen Quartal stiegen die Ausgaben unter anderem für die Lager-Standorte sowie Technologie und Inhalte wie Serien und Kinofilme in Amazons Videostreaming-Dienst deutlich.

In den vergangenen Jahren kaufte die Börse Amazon-Chef Jeff Bezos (siehe Artikelbild) die Wachstums-Story noch ab und belohnte dessen Investitionsbereitschaft mit kräftigen Kurssteigerungen. Doch inzwischen scheinen die Investoren die Geduld verloren haben.

Finanzchef Tom Szkutak kündigte in der Telefonkonferenz nach Vorstellung der Zahlen aber an, dass Amazon grundsätzlich an den hohen Investitionen festhalten werde. Der Konzern wisse aber, dass er mit Vorsicht überlegen müsse, in welche Geschäfte man das Geld stecke.

wen/gmf (rtrd, dpa)