1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Am Walfang-Verbot wird nicht gerüttelt

Der kommerzielle Walfang bleibt vorerst verboten. Das hat die Internationale Walfangkommission (IWC) am Dienstag (21.6.) bekräftigt. Damit ist Japan mit seinem Plan gescheitert, das Jagd-Moratorium aufzuheben.

default

Niederlage für Japan: Beobachten ja, Fangen nein

Japan hatte ein so genanntes Bewirtschaftungs-Verfahren vorgeschlagen, um bestimmte Wal-Arten wieder jagen zu dürfen. Doch von den 66 Mitgliedern der Kommission stimmten 29 dagegen; 23 stimmten dafür, fünf enthielten sich. Damit gilt das Moratorium, das 1986 verhängt wurde, auch weiterhin. Um das Fangverbot aufzuheben, wäre eine Drei-Viertel-Mehrheit erforderlich gewesen.

Kein Meinungsumschwung

Killerwal

Ein Killerwal auf der Jagd nach Lachs

Die Mehrheit der IWC-Mitglieder ist ohnehin gegen den Walfang. Japan und andere Befürworter hatten aber auf einen Meinungsumschwung gehofft - nicht zuletzt durch die neuen Mitglieder Gambia, Togo, Kamerun und Nauru, die dem Walfang ebenfalls positiv gegenüberstehen. Allerdings konnten drei der neuen Mitglieder nicht abstimmen, weil sie entweder ihren IWC-Beitrag noch nicht bezahlt hatten oder die Delegierten nicht rechtzeitig nach Ulsan in Südkorea kamen.

Tierschutz oder Gefahr für Fisch?

Japan begründete seinen Vorstoß, Walfang wieder zuzulassen, damit, dass die Walbestände hätten wieder zugenommen hätten. Die Meeressäuger würden in manchen Gebieten so viel fressen, dass sie die Fischvorkommen gefährdeten. Außerdem gehöre Walfleisch zur Esskultur des Landes.

Tierschutzgruppen begrüßten dagegen die Entscheidung. Japan habe versucht, "sich in seinem Entwurf aller unliebsamen Einschränkungen zu entledigen, wie zum Beispiel Schutzgebiete, Tierschutzaspekte und der Kontrolle seiner Walfangaktivitäten", sagte die Expertin Sandra Altherr, die für die Gruppe Pro Wildlife in Ulsan ist.


Wal-Siege für die Fang-Gegner

Walfleisch

Japan jagt Wale zu Forschungszwecken - doch das Fleisch wird verkauft

Schon am Montag (19.6.2005) hatten die Walfang-Befürworter bei der Konferenz in Ulsan eine Abstimmungsniederlage einstecken müssen: Der japanische Antrag, unter anderem die Diskussionen über die Schutzgebiete von der Tagesordnung zu nehmen, scheiterte. Auch der Vorschlag, künftig bei den IWC-Konferenzen grundsätzlich nur noch geheim abstimmen zu lassen, wurde knapp mit 27 gegen 30 Stimmen abgelehnt. Trotz des Verbots fängt nicht nur Japan Wale, auch in Norwegen gibt es eine Walfangsaison. Japan erlegt die Meeressäuger offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken", das Fleisch wird jedoch verkauft. In der kommenden Saison will Japan im Antarktischen Ozean mehr als doppelt so viele Zwergwale wie bisher jagen: 935 statt 440. Auch 50 Buckel- und 50 Finnwale sollen erstmals wieder im Namen der "Wissenschaft" erlegt werden. (reh)

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links